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Astra-Zeneca-Chef : Ein Star am Pranger

Astra-Zeneca-Chef Pascal Soriot Bild: Reuters

Astra-Zeneca-Chef Pascal Soriot gilt in Großbritannien als Held der Corona-Impfstoffproduktion. Doch in der EU machen ihn manche plötzlich zum Buhmann.

          4 Min.

          Im Hauptquartier des Pharmakonzerns Astra-Zeneca in Cambridge ist man verwundert. Einige sind wütend. „Verrückte Medienberichte in Deutschland“, sagt einer, „wir sind super-angepisst.“ Pascal Soriot würde so nicht sprechen. Der Vorstandschef des britisch-schwedischen Pharmakonzerns mit global rund 70.000 Mitarbeitern wählt eher die leisen Töne. Höflich versucht er zu erklären, warum die in Deutschland angeblich „aus Koalitionskreisen“ aufgekommene Behauptung, der Corona-Impfstoff von der Universität Oxford und Astra-Zeneca sei für alte Leute nur „zu 8 Prozent wirksam“, völliger Blödsinn ist. „Inkorrekt“ sagt Soriot. Auch das deutsche Gesundheitsministerium hat die Zahl als falsch dementiert.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Ebenso wurmt Soriot der Streit mit der EU bezüglich der Lieferungen. Die EU klagt, sie bekäme viel weniger Dosen des Impfstoffs als versprochen, statt zugesagter 80 Millionen im ersten Quartal nur 31 Millionen. Soriot gibt sich zwar „sehr enttäuscht“ über die Produktionsprobleme in einem europäischen Werk; er weist aber zurück, dass sie bestimmte Mengen fest versprochen hätten. Der Konzern habe nur seine „besten Bemühungen“ zugesagt, sagte Soriot in einem Interview, das Journalisten von drei Zeitungen aus EU-Ländern, darunter „Die Welt“, geführt haben. Wer die Wahrheit sagt, ist nicht klar, solange die Verträge geheim bleiben.

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