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Konjunkturkrise : Unternehmen beantragen mehr Kurzarbeit

Ford hat für seinen Standort Köln Kurzarbeit beantragt Bild: Frank Röth

Deutschlands Unternehmen bereiten sich auf schwierige Zeiten vor: Sie fragen mehr Kurzarbeitergeld nach, hat die Frankfurter Allgemeine Zeitung erfahren. Darunter sind auch große Hersteller aus der Autobranche.

          Die neuen konjunkturellen Unsicherheiten in Europa drohen allmählich auch die Entwicklung am deutschen Arbeitsmarkt zu belasten. Das geht aus aktuellen Daten der Bundesagentur für Arbeit hervor, die dieser Zeitung vorliegen. Demnach berichtet immerhin jede fünfte der 156 Arbeitsagenturen in Deutschland, dass in den vergangenen Wochen das Interesse an Kurzarbeitergeld zugenommen hat. Zwei Drittel berichten von keiner Veränderung, gut jede sechste meldete einen Rückgang. Die Arbeitsmarktexperten registrieren ein steigendes Interesse.

          Sven Astheimer

          Verantwortlicher Redakteur für Unternehmen.

          Die Entwicklung verläuft regional allerdings unterschiedlich. Der Beratungsbedarf stieg vor allem in bayerischen Regionen entlang der tschechischen Grenze und in Teilen Nordrhein-Westfalens, Niedersachsens und Hessens. Bevor ein Unternehmen Kurzarbeit macht, muss es den Bedarf bei der Agentur anmelden und prüfen lassen.

          Lohneinbußen trägt zum Teil die Arbeitslosenversicherung

          Die Kurzarbeit gilt als ein Instrument, mit dem die Folgen der Finanzkrise für Wirtschaft und Arbeitsmarkt in Deutschland deutlich abgemildert werden konnten. In Zeiten stark zurückgehender Aufträge können Unternehmen mit der Belegschaft eine vorübergehende Arbeitszeitverkürzung vereinbaren. Die Lohneinbußen trägt dann zum Teil die Arbeitslosenversicherung. Somit kann Arbeitslosigkeit zunächst vermieden werden, in der Hoffnung, dass sich die Lage des Unternehmens rasch wieder bessert.

          Während der Wirtschaftskrise nach 2008 wurde das Instrument vorübergehend deutlich attraktiver gemacht. Zeitweise gab es mehr als eine Million Kurzarbeiter in Deutschland. Das kostete den Staat Milliarden, verhinderte aber einen starken Anstieg der Arbeitslosigkeit, wie sie in vielen Nachbarländern zu beobachten war. Während des Aufschwungs der vergangenen Jahren spielte Kurzarbeit keine große Rolle mehr.

          Zuletzt traten jedoch gerade aus der Automobilbranche größere Fälle auf. Der Lkw-Hersteller MAN hat für insgesamt 4000 Mitarbeiter in zwei Werken Kurzarbeit bis Ende des Jahres beantragt. Damit reagiert das Tochterunternehmen von Volkswagen auf den Preiskampf und die sinkende Nachfrage. Der Wettbewerber Daimler versicherte, dass Kurzarbeit trotz aller Schwierigkeiten kein Thema sei.

          Der Automobilhersteller Ford hat für seinen Standort Köln Kurzarbeit beantragt. Die dortige Fiesta-Produktion liegt mit 1550 Kleinwagen am Tag deutlich hinter den Plänen zurück. Die Arbeit solle an sechs Tagen im Oktober und fünf Tagen im November ruhen.

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