https://www.faz.net/-gqe-93ybc

Insolvente Fluggesellschaft : Arbeitsagentur erwartet 4000 Air-Berlin-Arbeitslose

  • Aktualisiert am

Air Berlin hatte mehr als 8000 Mitarbeiter. Bild: Reuters

Mehr als 7000 Beschäftigte von Air Berlin haben nach Angaben der Arbeitsagentur Anspruch auf Insolvenzgeld. Das wird teuer für den Staat.

          1 Min.

          Die Bundesagentur für Arbeit rechnet damit, dass sich rund 4000 ehemalige Mitarbeiter der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin arbeitslos melden werden. Das geht nach Informationen des Redaktionsnetzwerks Deutschland (Montag) aus einer Antwort der Behörde auf eine Anfrage der Linksfraktion im Bundestag hervor.

          Danach hat die Pleite der Airline erhebliche finanziellen Folgen für die Arbeitsagentur (BA). Dem Bericht zufolge haben 7340 bisherige Air-Berlin-Beschäftigte Anspruch auf Insolvenzgeld, das für maximal drei Monate gezahlt wird. Die Nürnberger Behörde rechne dafür mit zusätzlichen Ausgaben von circa 55,2 Millionen Euro, hinzu kämen die Sozialversicherungsbeiträge.

          Die Kosten für die 4000 erwarteten Arbeitslosmeldungen könnten sich nach Berechnungen der Linken auf knapp 6,3 Millionen Euro belaufen. Der durchschnittliche Arbeitslosengeld-Anspruch habe zuletzt 1574 Euro monatlich betragen, inklusive Sozialversicherungsbeiträgen. In die Transfergesellschaft, die bis zu 650 Mitarbeitern des Bodenpersonals offensteht, wollten laut BA bislang 260 Beschäftigte wechseln.

          Die Fluggesellschaft mit rund 8000 Mitarbeitern hatte Mitte August Insolvenz angemeldet, das Insolvenzverfahren wurde am 1. November eröffnet. Air Berlin stellte Ende Oktober den Flugbetrieb ein. Einen Großteil der Flotte übernimmt die Lufthansa, einen kleineren Teil die britische Easyjet. Bis zu 4000 Beschäftigte können zu den beiden Unternehmen wechseln.

          „Die Insolvenz und die damit verbundene Zerschlagung von Air Berlin ist ein weiteres Lehrstück des modernen Raubtierkapitalismus“, sagte Linksfraktionsvize Sabine Zimmermann dem Redaktionsnetzwerk. „Ein Konzern, in diesem Fall die Lufthansa, sichert sich die Filetstücke und wälzt einen Großteil der Übernahmekosten und die Verantwortung auf die Gesellschaft ab.“

          Weitere Themen

          Ein fatales Signal

          Kommentar : Ein fatales Signal

          Der Autozulieferer Continental zeichnet ein düsteres Bild für die Branche. Die Krise dürfte schwerer werden und länger dauern, als viele Manager derzeit noch hoffen.

          Topmeldungen

          AKKs Schutzzonen-Vorstoß : Befreiungsschlag oder Sargnagel

          Kramp-Karrenbauers Vorstoß zur Errichtung einer Schutzzone in Syrien entspricht der Forderung, Deutschland solle mehr Verantwortung in der Weltpolitik übernehmen. Doch schon der Außenminister zieht das Verspotten vor.
          Isabel Schnabel ist eine profilierte Kennerin der Finanzmärkte und der Geldpolitik.

          Isabel Schnabel rückt auf : Eine Bereicherung für die EZB

          Isabel Schnabel ist Expertin für Banken und Finanzmärkte. Dennoch wird ihre Berufung in die EZB-Führung als Nachfolgerin von Sabine Lautenschläger nicht jedem gefallen. Sie hat sich schon deutlich positioniert.

          Trump und die Demokraten : Loben, um zu tadeln

          Die Demokraten seien zwar eine „lausige“ Partei, aber immerhin hielten sie zusammen, sagt der amerikanische Präsident. Mit seiner Bemerkung zielt Trump auf die eigenen Republikaner.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.