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Arbeitgeber unter Druck : Viel reden, aufklären und selbst impfen

Immunisierung im Betrieb: Viele Unternehmen haben in den vergangenen Wochen Impfmöglichkeiten für Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geschaffen. Bild: Michael Braunschädel

In Deutschland gibt es keine Impfpflicht gegen das Coronavirus. In manchen Unternehmen führt das zu Spannungen zwischen Chefs und der Belegschaft.

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          Webasto, Tönnies oder Müller Fleisch: Es sind Unternehmensnamen, die viele aus der Frühphase der Corona-Pandemie noch gut im Gedächtnis haben. Beim oberbayerischen Automobilzulieferer Webasto ist der erste Infektionsfall in Deutschland im Januar 2020 dokumentiert. Drei Monate später gibt es eine auffällige Häufung von Corona-Fällen bei Müller Fleisch, mit rund 1100 Mitarbeitern einem der größten Rinderschlachtbetriebe Deutschlands. Jeder dritte Mitarbeiter ist infiziert, nur unter strengsten Quarantäneauflagen konnte der Schlachtbetrieb aufrechterhalten werden. Wenige Wochen später muss der Fleisch-Marktführer Tönnies nach Tausenden positiven Tests sogar ein ganzes Werk schließen.

          Marcus Jung
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Beispiele verdeutlichen, welche Rolle Unternehmen in der Verbreitung der Virusinfektion einnehmen. Zugleich schultern gerade Unternehmen die Aufgabe, durch aktive Aufklärung ihrer Mitarbeiter eine weitere Ausbreitung zu vermeiden. Mancher Geschäftsführer stellt sich die Fragen: Muss sich die eigene Belegschaft impfen lassen – notfalls unter Androhung arbeitsrechtlicher Sanktionen? Und sind dabei zum Beispiel finanzielle Anreize erlaubt? Letzteres hat in den USA gut funktioniert: Der Onlinehändler Amazon stellt aufgrund der hohen Auftragslage Zehntausende Mitarbeiter ein. Jede Neueinstellung kassiert dort 100 Dollar Prämie für den Impfnachweis. Strikte Vorgaben soll es künftig für Klinik- und Pflegepersonal in Frankreich geben. Die französische Regierung prüft derzeit die Einführung einer Impfpflicht für diese Berufsgruppen, wurde in der vergangenen Woche bekannt. Bis zu einem Gesetzesentwurf ist es noch ein weiter Weg.

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