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Showdown vor dem Kongress : Apples neuer Tracker und ein alter Streit

  • Aktualisiert am

Apple stellte ihre Bluetooth-Tracker, sogenannte „AirTags“ vor. Bild: Reuters

Apples Konkurrent Tile beklagt erneut unfaire Geschäftsmethoden nach der Vorstellung von „Airtags“.

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          Apple hat am Dienstag eine Reihe von Neuheiten gezeigt, darunter die nächsten Modellreihen des Tabletcomputers iPad und des iMac-Computers. Daneben gab es auch eine neue Produktlinie: „Airtags“, sogenannte Tracker, die an Gegenständen wie Schlüssel oder Geldbörsen befestigt werden können. Sie sehen aus wie Buttons und sollen mit Bluetooth-Technologie und in Kombination mit der „Wo ist“Funktion auf dem iPhone helfen, diese Dinge zu finden, wenn sie verlorengegangen oder gestohlen worden sind.

          Die Vorstellung der Airtags befeuerte umgehend eine schon länger schwelende Wettbewerbsdebatte. Denn die neuen Tracker sind eine direkte Konkurrenz für ein Produkt des kleinen amerikanischen Unternehmens Tile, das sich seit mehr als einem Jahr über die Methoden von Apple beklagt. Dessen Vorstandschef CJ Prober gab nach der Präsentation der Airtags eine Mitteilung heraus, in der er sagte, er begrüße zwar Wettbewerb, aber nur dann, wenn er fair sei. Und angesichts Apples „gut dokumentierter Geschichte“, die eigene Plattform auf unfaire Weise zuungunsten des Wettbewerbs einzusetzen, sei er skeptisch. Schon am Mittwoch stand ein öffentlicher Showdown der beiden Unternehmen vor dem amerikanischen Kongress auf dem Programm. In einer nach Redaktionsschluss dieser Ausgabe angesetzten Anhörung vor dem Senat, die sich mit Wettbewerbsfragen rund um App Stores beschäftigen sollte, sollten Manager von Apple und von Tile aussagen. Daneben waren auch Vertreter des Musikdienstes Spotify und des Datingkonzerns Match eingeladen, die sich ebenfalls über Apple beklagt haben. Eine Beschwerde von Spotify hat sogar dazu geführt, dass die EU-Kommission im vergangenen Jahr ein Kartellverfahren gegen Apple eingeleitet hat. Die Geschäftspraktiken in Apples App Store sind auch Gegenstand eines spektakulären Rechtsstreits, den sich der Konzern mit dem Videospielehersteller Epic Games („Fortnite“) liefert. In dieser Auseinandersetzung soll am 3. Mai ein Gerichtsprozess beginnen. An der Senatsanhörung am Mittwoch sollte auch ein Vertreter des Internetkonzerns Google teilnehmen, der sich wegen seiner App-Plattform ebenfalls im Rechtsstreit mit Epic Games befindet.

          Tile hat sich schon Anfang vergangenen Jahres in einer Kongressanhörung über Apple beschwert und von „wettbewerbswidrigen Praktiken“ gesprochen. Chefjuristin Kirsten Daru sagte damals, das zunächst gute Verhältnis zwischen beiden Unternehmen habe sich erheblich verschlechtert, als sich abzeichnete, dass Apple an einem ähnlichen Tracker arbeitet und seine „Wo ist“-Funktion in einer Form weiterentwickelt, die Ähnlichkeiten mit dem Dienst von Tile hat. Apple habe das Betriebssystem für seine iPhones auf eine Art und Weise verändert, die es komplizierter gemacht habe, Tracker von Tile zu aktivieren. Der iPhone-Hersteller habe außerdem einen Mitarbeiter von Tile abgeworben.

          Unterdessen hat Apple angekündigt, eine kontroverse neue Version seines iPhone-Betriebssystems in der kommenden Woche herauszubringen. Um dieses Software-Update hat sich der Konzern wegen einer darin integrierten neuen Datenschutzfunktion zuletzt einen spektakulären Streit mit dem sozialen Netzwerk Facebook geliefert. Nutzern soll beim Öffnen von Apps ein Fenster eingeblendet werden, das von ihnen eine ausdrückliche Zustimmung verlangt, Online-Aktivitäten per „Tracking“ nachverfolgen zu lassen. Wenn viele Nutzer dies ablehnen, wäre das ein schwerer Schlag für Facebook, dessen Werbegeschäft von der Auswertung solcher Daten profitiert. Bislang war das Einverständnis vorausgesetzt worden, und das Tracking musste manuell deaktiviert werden.

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