https://www.faz.net/-gqe-7b1fc

Apple und Samsung unter Druck : Wachwechsel im Smartphone-Markt

Bei Justin-Bieber-Konzerten gehören Smartphones zur Grundausstattung Bild: AFP

Noch liegen Apple und Samsung bei den Marktanteilen der neu verkauften Smartphones vorne. Doch sie spüren den Atem der Verfolger. Der Trend zum günstigen Allzweck-Telefon soll sich noch verstärken.

          1 Min.

          In den vergangenen Jahren waren die Geschäfte einiger Smartphone-Hersteller oft mit dem Wort Rekord verbunden. So wandelte etwa der südkoreanische Elektronikkonzern Samsung im gesamten vergangenen Jahr von einem Gewinnhöchststand zum nächsten. Und auch in den ersten beiden Quartalen dieses Jahres folgten neue Rekordgewinne.

          Doch bezweifeln Analysten immer häufiger, dass Hersteller wie Samsung oder auch der Smartphone-Erfinder Apple mit ihren hochpreisigen Produkten auch weiter Erfolg haben werden. Das schlägt sich derzeit in fallenden Börsenkursen der beiden Unternehmen nieder. So hat die Samsung-Aktie seit Anfang Juni fast 18 Prozent auf umgerechnet rund 860 Euro verloren. Die Apple-Anteilsscheine fielen seit ihrem historischen Höchststand von umgerechnet rund 546 Euro im vergangenen September gar um 40 Prozent auf rund 328 Euro.

          Auch wenn Apple und Samsung bei den Marktanteilen der neu verkauften Smartphones weiter vorne liegen, spüren sie doch den Atem der Verfolger, die mit immer günstigeren Handys auf den Markt drängen. So hat sich etwa der südkoreanische Anbieter LG mit seinen mittelpreisigen Geräten auf den dritten Platz der erfolgreichsten Verkäufer vorgeschoben, vor allem gewinnen aber die chinesischen Unternehmen Huawei und ZTE mit ihren niedrigpreisigen Geräten stetig an Zuspruch - nicht zu vergessen die Vielzahl anderer Unternehmen, die für sich genommen zu klein sind, um einzeln in der Statistik aufzutauchen.

          In den kommenden Jahren wird sich laut der Marktforscher der International Data Corporation (IDC) der Trend zum günstigeren Smartphone fortsetzen, weil sich die Nachfrage immer mehr von den Industrieländern auf die Schwellenländer verschoben hat.

          „Smartphones sind in Schwellenländern inzwischen Allgemeingut“

          In der Folge ist der durchschnittliche Verkaufspreise für Smartphones schon länger stetig gesunken. Gingen Smartphones vor zwei Jahren noch im Schnitt für 443 Dollar über die Ladentheke, kosteten sie laut IDC im vergangenen Jahr noch 407 Dollar. In diesem Jahr soll der Preis auf 372 Dollar fallen.

          „Smartphones sind in Schwellenländern inzwischen Allgemeingut“, sagt Ryan Reith von der IDC. „Das sind Märkte, in denen das persönliche Einkommen weit unter dem in entwickelten Märkten liegt. Deshalb sind Hersteller gezwungen, internetfähige Mobiltelefone für das untere Ende dieser Märkte zu produzieren.“ Und wenn es nach der Prognose der IDC geht, wird sich dieser Trend künftig weiter verstärken.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Impeachment-Ermittlung : Trumps Flucht nach vorn

          Der Stabschef des Präsidenten gibt zu, dass Militärhilfe für Kiew an parteipolitische Bedingungen geknüpft wurde. Trump will so tun, als wäre das ganz normal – und könnte damit durchkommen.

          Truppenabzug in Syrien : Amerika dankt ab

          Trump zieht aus Syrien ab und überlässt das Krisenland den Russen. Ob Erdogan seine Ziele erreicht, ist noch nicht klar. Aber zwei Sieger dürften schon feststehen. Von unseren F.A.Z.-Woche-Korrespondenten und -Autoren.
          Oliver Zipse

          F.A.S. exklusiv : BMW baut den i3 weiter

          Neue Manager, mehr Tempo: BMW-Chef Oliver Zipse baut den Konzern um. An dem teuren Elektroauto i3 hält er aus gutem Grund fest, wie er in seinem ersten Interview sagt.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.