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Gewinner der Corona-Krise : Apple bricht Rekorde

Apple-Chef Tim Cook (links) und Facebook-Chef Mark Zuckerberg: Die beiden Konzerne liefern sich zurzeit einen Streit über die mögliche Nachverfolgung von Nutzern (Tracking). Bild: AP

Apple übertrifft dank neuer iPhones alle Erwartungen, am stärksten legte allerdings ein anderes Produkt zu. Auch Facebook beschleunigt sein Wachstum, spricht jedoch von „erheblicher Unsicherheit“. Und Mark Zuckerberg leistet sich Seitenhiebe auf Apple.

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          Die amerikanischen Technologiegiganten schlagen sich inmitten der Corona-Krise weiter glänzend. Apple meldete am Mittwoch nach Börsenschluss zum ersten Mal einen Umsatz von mehr als 100 Milliarden Dollar in einem einzigen Quartal. Der Elektronikkonzern profitierte dabei vor allem von einem guten Verkaufsstart der neuen Generation seiner iPhone-Handys.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Auch das soziale Netzwerk Facebook hat sein Umsatzwachstum im abgelaufenen Quartal erheblich beschleunigt, sprach aber eine ganze Reihe von Herausforderungen im neuen Jahr an. Und gerade Facebook nutzte die Vorlage von Quartalszahlen, um das zunehmend zerrüttete Verhältnis zu Apple zu unterstreichen: „Wir sehen Apple immer mehr als einen unserer Wettbewerber,“ sagte Vorstandsvorsitzender Mark Zuckerberg in einer Telefonkonferenz.

          Trotz der guten Zahlen notierten die Aktien beider Unternehmen im nachbörslichen Handel leicht im Minus. Allerdings sind die Kurse von Apple und Facebook in den vergangenen zwölf Monaten deutlich gestiegen. Apple hat derzeit an der Börse eine Marktkapitalisierung von 2,4 Billionen Dollar und ist damit das mit Abstand wertvollste amerikanische Unternehmen.

          Apple schafft in allen Geschäftsfeldern deutliches Wachstum

          Für das vergangene Geschäftsquartal meldete Apple einen Umsatzsprung um 21 Prozent auf 111,4 Milliarden Dollar, Analysten hatten mit 103,3 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn stieg um 29 Prozent auf 28,8 Milliarden Dollar, auch der Gewinn je Aktie übertraf die Prognosen.

          Wie erwartet hat das Geschäft mit den iPhones, den mit Abstand größten Umsatzbringern des Konzerns, einen erheblichen Schub erlebt. Der Umsatz stieg um 17 Prozent auf 65,6 Milliarden Dollar. Apple hat im vergangenen Quartal die Handy-Reihe „iPhone 12“ auf den Markt gebracht, es sind die ersten iPhones, die mit dem neuen Mobilfunkstandard 5G arbeiten. Das Wachstum war auch deshalb so hoch, weil der Verkaufsstart diesmal in das Weihnachtsquartal fiel, üblicherweise kommen neue Apple-Handys schon gegen Ende des vorherigen Geschäftsquartals heraus.

          Apple schaffte auch in allen anderen Geschäftsfeldern deutliches Wachstum. Bei den Dienstleistungen, der zweitgrößten Konzernsparte, stieg der Umsatz um 24 Prozent auf 15,8 Milliarden Dollar. Hierzu gehören zum Beispiel der App Store, in dem Programme für Apple-Geräte angeboten werden, der Bezahldienst Apple Pay oder die Videoplattform Apple TV+, die mit Netflix konkurriert. In seiner „Wearables“-Sparte mit Produkten wie den kabellosen Airpod-Kopfhörern oder der Computeruhr Apple Watch baute der Konzern den Umsatz um 30 Prozent auf 13,0 Milliarden Dollar aus.

          Das stärkste Wachstum gab es beim Tabletcomputer iPad, hier kletterte der Umsatz um 41 Prozent auf 8,4 Milliarden Dollar. Der Umsatz mit Macintosh-Computern stieg um 21 Prozent auf 8,7 Milliarden Dollar. Auffällig war auch, wie gut Apple im vergangenen Quartal in China abgeschnitten hat. Hier stiegen die Umsätze um 57 Prozent.

          Facebook blickt vorsichtig auf das neue Jahr

          Facebook schaffte im vierten Quartal einen Umsatzsprung von 33 Prozent auf 28,1 Milliarden Dollar, Analysten hatten mit 26,4 Milliarden Dollar gerechnet. Der Nettogewinn stieg um 53 Prozent auf 11,2 Milliarden Dollar, auch das Ergebnis je Aktie lag klar über den Erwartungen.

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