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Software-Dienste : Apples Hoffnungsträger

  • -Aktualisiert am

Tim Cook, Vorstandsvorsitzender von Apple, stellt neue Produkte vor. Bild: dpa

Das Geschäft mit dem iPhone enttäuscht weiterhin. Umso mehr hebt der Konzern seine Dienstleistungssparte hervor. Aber auch damit überzeugt er nicht auf der ganzen Linie.

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          Tim Cook klang fast etwas unwirsch: „Das sind keine Hobbies,“ sagte der Vorstandsvorsitzende von Apple, als er nach der Vorlage von Quartalszahlen von Analysten auf die Dienstleistungssparte seines Unternehmens angesprochen wurde. Also Geschäfte wie den App Store für Smartphone-Anwendungen, die Musikplattform Apple Music oder den Bezahldienst Apple Pay. Und natürlich die vielen neuen Produkte, die der Konzern erst vor einigen Wochen vorgestellt hat, darunter einen Videodienst nach dem Modell von Netflix sowie Portale für Zeitschriften und Videospiele.

          Cook wird in jüngster Zeit nicht müde, den Blick der Öffentlichkeit auf diese Aktivitäten zu lenken und deren Bedeutung hervorzuheben. Dafür gibt es einen guten Grund, denn das Geschäft mit elektronischen Geräten, für das Apple in erster Linie bekannt ist, zeigt Schwächen. Mit dem iPhone, seinem bei weitem wichtigsten Produkt, erlitt der Konzern nun schon im zweiten Quartal in Folge einen erheblichen Umsatzrückgang. Diese Abschwächung hat damit zu tun, dass Menschen länger warten, bis sie ihre Geräte ersetzen.

          Neue Apple-Dienste keine Selbstläufer

          Mit den Dienstleistungen hofft Apple, sich von diesem Effekt ein Stück weit zu isolieren. Denn in dem Geschäft ist es nicht so entscheidend, ob sich Kunden immer die neuesten Modelle kaufen, sondern, dass sie überhaupt Apple-Geräte haben. Aber auch mit seinen Dienstleistungen hat das Unternehmen noch viel zu beweisen. Der App Store und Apple Music sind ohne Zweifel Erfolgsprodukte, dennoch hat sich das Wachstum in der Sparte im jüngsten Quartal abgeschwächt.

          Die Resonanz auf die gerade vorgestellten neuen Dienste war zurecht durchwachsen, gerade die Präsentation der kommenden Videoplattform war jenseits eines Aufmarsches von Superstars aus Hollywood enttäuschend und arm an Details. Der Unterhaltungskonzern Disney hinterließ jüngst mit der Vorstellung seines neuen Videodienstes einen viel stärkeren Eindruck. Ein nicht unerheblicher Teil des Umsatzes in der Service-Sparte entfällt zudem gar nicht auf Apple-Dienste, sondern auf Einnahmen, die der Konzern vom Wettbewerber Google dafür bekommt, dass dessen Suchmaschine auf Geräten wie iPhones als Standard eingestellt ist.

          Dienstleistungen sind für Apple ohne Zweifel ein Wachstumsmotor und ein Hoffnungsträger für die Zukunft. Aber bis der Konzern in der Lage ist, damit große Dellen im Hardwaregeschäft auszugleichen, wie er sie im Moment erlebt, ist es noch ein weiter Weg.

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          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

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