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Amerikas Gesundheitssystem : Apple baut Krankenhäuser für die Mitarbeiter

  • Aktualisiert am

Apples Besucherzentrum in Cupertino, wo der iPhone-Hersteller seinen Sitz hat. Bild: dpa

Nach Amazon-Gründer Jeff Bezos und Investor Warren Buffett nimmt nun auch der iPhone-Hersteller die Gesundheit seiner Angestellten selbst in die Hand. Die Pläne sind sogar schon konkreter.

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          Hinter der Internet-Adresse acwellness.com steckt womöglich der konkrete Beginn einer Revolution: Es geht um nicht weniger als die Zukunft des amerikanischen Gesundheitssystems. Wer auf die Seite klickt, liest zunächst die Ankündigung „Kommt im Frühjahr 2018“ – also demnächst. Darunter steht dann der Satz, der erklärt, worum es geht und vor allem, wer dahinter steckt: „AC Wellness ist ein unabhängiges medizinisches Angebot mit dem Ziel, eine mitfühlende und effektive Gesundheitsversorgung für Apple-Angestellte zu bieten.“

          Apple, das derzeit wertvollste an der Börse notierte Unternehmen der Welt, baut also Krankenhäuser für seine Mitarbeiter und deren Familien. Zunächst sollen es zwei sein, berichtet der amerikanischen Finanzsender CNBC, in Santa Clara County, wo das Apple-Hauptquartier steht. Angestrebt sei aber mittel- und langfristig eine ganze Gruppe. Apple hat Stellen für medizinisches Personal ausgeschrieben – daran, das darf als sicher gelten, wird es nicht scheitern angesichts der finanziellen Möglichkeiten des iPhone-Herstellers.

          Bezos und Buffett legen vor

          Apple ist dabei nicht das einzige Unternehmen, dessen Führung aufgrund der offenkundigen Unzufriedenheit mit dem amerikanischen Gesundheitssystem nun selbst aktiv wird. Für viel Aufsehen sorgte bereits Ende Januar die gemeinsame Ankündigung des Onlinehändlers Amazon, der Holding-Gesellschaft des berühmten Finanzanlegers Warren Buffett und der größten amerikanischen Bank JP Morgan, ein neues unabhängiges Unternehmen zu gründen, das auf Gesundheitsleistungen für ihre amerikanischen Belegschaften spezialisiert sein soll. Die Aktienkurse von Unternehmen aus der Gesundheitsbranche fielen daraufhin deutlich.

          Die drei Konzerne beschäftigen Hunderttausende Menschen in ihrem Heimatmarkt. Zwar sind bislang nicht sehr viele Einzelheiten bekannt. Allerdings soll das neue Unternehmen befreit sein von „Anreizen und Zwängen, Gewinne zu erzielen“. Sein Schwerpunkt solle zunächst auf „Technologielösungen“ liegen, die „vereinfachte, qualitativ hochwertige und transparente Gesundheitsversorgung zu vernünftigen Kosten“ gewährleisten.

          „Die steigenden Kosten der Gesundheitsversorgung sind für die amerikanische Wirtschaft wie ein hungriger Bandwurm“, sagte Warren Buffett in einer Mitteilung: „Wir haben keine Antworten auf dieses Problem. Aber wir akzeptieren nicht, dass es unlösbar ist.“ Das heutige Gesundheitssystem sei komplex, wurde Amazon-Gründer und Vorstandschef Jeff Bezos damals zitiert. „Aber so hart die Herausforderung auch werden wird: die Last der Gesundheitsversorgung für die Wirtschaft zu reduzieren, und gleichzeitig die Ergebnisse für Angestellte und deren Familien zu verbessern – das wäre es wert.“ Ziel sei es, dass schließlich alle Amerikaner profitierten, sagte JP-Morgan-Vorstandschef Jamie Dimon.

          Das amerikanische Gesundheitssystem gilt schon seit Jahren als Problemfall. Verglichen mit vielen anderen Industrieländern gehört es zu den teuersten Systemen der Welt - zugleich gibt es Millionen Amerikaner, die ohne Gesundheitsschutz dastehen. Die Diskussion über die vom ehemaligen Präsidenten Barack Obama auf den Weg gebrachte und nach ihm benannte Gesundheitsrefom „Obamacare“ dreht sich im Kern letztlich ebenfalls darum.

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