https://www.faz.net/-gqe-6yo0w

Apple : Aktien für Forrest Gump

Vorstandschef inmitten des Erfolgs: Tim Cook feiert die Nachfrage nach den Apps von Apple Bild: Jim Wilson/The New York Times/laif

Einst hat man sich im Kino über den Gewinn gefreut, den der Filmheld Forrest Gump mit Aktien von Apple gemacht hatte. Niemand hat damals geahnt: Den Erfolg hätte jeder Kinobesucher wiederholen können. Und jetzt?

          5 Min.

          Apple hat schon viele Menschen glücklich gemacht. Einen wie Forrest Gump zum Beispiel. Der konnte sich im gleichnamigen Hollywood-Film in Person des ihn darstellenden Schauspielers Tom Hanks 1994 mit sympathischer Naivität über den Erfolg freuen, den Apple in der ersten Amtszeit seines Mitbegründers und langjährigen Vorstandsvorsitzenden Steve Jobs erlebte - und der über eine lukrative Aktienanlage auf ihn abgefärbt hatte. Jobs hatte das Unternehmen zwar schon neun Jahre zuvor verlassen müssen, aber - und das ist ein interessanter Zufall - erst auf die Freude von Forrest Gump über sein Apple-Aktienvermögen sollte eine mehrjährige, echte Durststrecke für das tatsächliche Unternehmen und seine Aktionäre folgen.

          Carsten Knop
          Herausgeber.

          Im Jahr 1997 schließlich stand Apple vor dem Abgrund. Steve Jobs durfte zurückkehren. Danach erlebte man, im Gleichschritt mit anderen Technologieaktien, einen kurzen Aufschwung des Apple-Aktienkurses. Doch nach dem Jahr 2001 galt es, schon sehr fest an Jobs und seine Visionen zu glauben, um in Apple-Aktien zu investieren.

          Das Leben schreibt die Geschichten anders

          Rückblickend, das steht nun fest, hätte man einfach nur so unerschütterlich sein müssen wie ein „Forrest, Forrest Gump“, wie er im Film zu sagen pflegte. Der Autor dieser Zeilen, damals Korrespondent dieser Zeitung in den Vereinigten Staaten, war es nicht: lange Geduld gehabt, die Aktien aber kurz vor der Rückkehr nach Deutschland im Jahr 2003 dann doch verkauft. So lautet die Bilanz, die bis heute den Gegenwert von zwei Einfamilienhäusern gekostet hat, die man hätte kaufen können, wären die Aktien damals im Depot verblieben.

          Das Leben schreibt die Geschichten eben nicht so wie die Drehbuchautoren in Hollywood oder wie die Redakteure einer englischen Wirtschaftszeitung. Denn die haben in dieser Woche in ihrer „Financial Times“ eine interessante Rechnung angestellt: Hätte man im November 2001 den ersten iPod, also den digitalen Musikspieler von Apple, zum Preis von 399 Dollar eben nicht gekauft, sondern diesen Betrag in Apple-Aktien investiert, hätte man dafür heute 26.000 Dollar auf dem Konto.

          In der ersten Zeit wäre es dabei weiterhin nur langsam vorwärts gegangen. Im Oktober 2003 aber, dem Zeitpunkt, zu dem Apple seinen „iTunes-Music-Store“ ins Leben gerufen hat, also den Verkauf von Musik über das Internet, waren die Aktien rund 500 Dollar wert, im Januar 2005 schon 1450 Dollar, und vielleicht wäre man im Juni 2007 bei einem Kurswert von 5200 Dollar schon schwach geworden und hätte den Gewinn mitgenommen. Das aber wäre schon wieder ein Fehler gewesen. Denn in diesem Fall hätte sich weitere Geduld im wahrsten Sinne des Wortes ausgezahlt: Mit der Veröffentlichung des ersten Tabletcomputers iPad im April 2010 hätte der Depotwert 10.150 Dollar betragen und wäre danach, ungeachtet aller weiteren Auseinandersetzungen über die Zukunft der Banken, des Euro, die Schulden von Griechenland, die Schulden Amerikas oder das Wirtschaftswachstum in China stetig auf den heute erreichten Betrag gestiegen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Klagen gegen Diskriminierung: Carrie (links) und Marie-Luise mit ihren Zwillingen.

          Lesbische Eltern : Wenn nur die eine Mutter Rechte hat

          Bei einer künstlichen Befruchtung wird der Ehemann der Mutter automatisch als Vater anerkannt – die Ehefrau aber nicht als Mit-Mutter. Lesbische Ehepaare ziehen deshalb vors Bundesverfassungsgericht. Ist eine Trendwende in Sicht?

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.