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Anzeige gegen Hertha-Investor : Windhorsts Wirren

  • -Aktualisiert am

Hertha-Investor Lars Windhorst im Februar 2021 Bild: dpa

Man muss Respekt haben vor Lars Windhorst. Das Wunderkind ist gefallen und wieder aufgestanden. Doch gleichzeitig bleibt der Verdacht: Er hat nicht gelernt aus seinem Sturz.

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          Es sind zwei moralische Grundsätze, die sich im Fall des Lars Windhorst widersprechen und das Urteil so schwierig machen. Einerseits der Respekt vor dem, der wieder aufgestanden ist. Er war das Wunderkind der deutschen Wirtschaft, wurde von Kanzler Kohl hofiert. Wie schwierig es ist, mit dem Label „Wunderkind“ umzugehen, das zeigen zahllose Fälle in Popmusik oder Profisport, von Britney Spears bis zu Sebastian Deisler.

          Windhorst ist brachial gefallen, war insolvent, wurde wegen Veruntreuung zu einer Bewährungsstrafe verurteilt. Doch er ist zurückgekommen, Investor geworden, hat sich als Geldgeber von Hertha BSC wieder dem strengen und häufig allzu schnellen Urteil der Öffentlichkeit gestellt. Nicht viele sind dafür widerstandsfähig genug.

          Doch dann ist da der zweite Grundsatz, der lautet: Begehe niemals den gleichen Fehler zweimal. Wer sich die schwindelerregenden Summen und wilden Investments, die Windhorst in aller Welt tätigt, anschaut und die großspurigen Ankündigungen hört, bekommt den Verdacht: Da hat jemand nicht gelernt aus seinem ersten Sturz. Dass nun die Bafin Anzeige erstattet, verstärkt diesen Eindruck. Auch wenn natürlich – noch so ein Grundsatz – auch hier zunächst die Unschuldsvermutung gilt.

          Gustav Theile
          Redakteur in der Wirtschaft.

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