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Ein Lastwagen voller Papier : 650.000 Seiten Klageschrift

Jonas Heger von der Kanzlei Hausfeld entlädt am 24.06.2019 einen LKW mit Klageschriften im LKW-Kartell-Fall. Bild: Verena Müller

Eine Lastwagenladung mit 650.000 Seiten Papier hat am Montag das Büro der Kanzlei Gleiss Lutz in Stuttgart erreicht. Die Anwälte vertreten Daimler im Prozess um ein Lkw-Kartell.

          Während Vertreter aus Politik und Automobilindustrie die Vorwürfe illegaler Preisabsprachen auf dem Gipfel in Berlin kaum thematisierten, schaffen die Kläger im Lkw-Kartell Fakten. Eine Lastwagenladung voller Papier, genauer gesagt 650.000 Seiten, erreichte am Montag das Büro der Kanzlei Gleiss Lutz in Stuttgart.

          Marcus Jung

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Die Anwälte vertreten Daimler in einer großen Schadenersatzklage: Wegen Kartellabsprachen ist der Automobilkonzern in zwei Verfahren vor dem Landgericht München auf eine Summe von 1,2 Milliarden Euro samt Zinsen verklagt. Mehr als 7000 Unternehmen haben auf das Trommeln diverser Logistikverbände und des Düsseldorfer Rechtsdienstleisters Financialright gehört und ihre Ansprüche abgetreten – die nun gebündelt eingefordert werden.

          Knapp 14 Jahre lang haben sieben Hersteller Bruttolistenpreise für Lastwagen abgesprochen. Durch einen Hinweis flog das Kartell auf, der Kronzeuge MAN kam straffrei davon. Daimler dagegen musste mit einer Milliarde Euro die größte Geldbuße zahlen. Dass die Formularberge nicht elektronisch übermittelt wurden, hat diverse Gründe. Die 650.000 Seiten sprengen die Kapazitäten des elektronischen Anwaltspostfachs (Bea).

          Zudem haben die Anwälte aus „sachlichen Gründen“ auf den Ausdruck der Papiere bestanden. Die geschätzt drei Tonnen Papier, verpackt in Kartons, müssen nun noch gelesen werden. Viel Zeit bleibt den Daimler-Anwälten nicht. Laut Financialright will das Landgericht München schon ab Herbst über die Klagen verhandeln.

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