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Grünen-Fraktionschef : Hofreiter fordert Bayer-Vorstand zum Rücktritt auf

  • Aktualisiert am

Anton Hofreiter, Fraktionsvorsitzender von Bündnis 90/Die Grünen im Bundestag Bild: dpa

„Wenn Bayer sich retten will, dann muss der Konzern sich ändern“, sagt Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter. Er bezeichnete die Monsanto-Übernahme als riesigen Fehler.

          Grünen-Fraktionschef Anton Hofreiter hat den Vorstand des Chemiekonzerns Bayer zum Rücktritt aufgefordert. „Wenn Bayer sich retten will, dann muss der Konzern sich ändern“, sagte Hofreiter den Zeitungen der Funke Mediengruppe. Er bezweifle aber, dass der aktuelle Vorstand dazu in der Lage sei. „Es wäre das Beste, wenn der Vorstand den Weg für einen Neuanfang frei machen würde.“

          Der Kauf des umstrittenen amerikanischen Agrarkonzerns Monsanto hat die Bayer-Führungsriege viel Vertrauen gekostet. Die Aktionäre verweigerten dem Vorstand am Freitag überraschend die Entlastung: 55,5 Prozent des anwesenden Grundkapitals stimmten dagegen.

          Als Monsanto-Mutterkonzern sieht sich Bayer in Amerika mit mehr als 13.000 Klägern wegen der angeblich krebserregenden Wirkung des Herbizids Glyphosat konfrontiert. In zwei Fällen wurde der Konzern bereits zu millionenschweren Schadenersatzzahlungen verurteilt. Bayer ist von der Sicherheit von Glyphosat überzeugt und will gegen die Urteile vorgehen.

          Hofreiter bezeichnete die Monsanto-Übernahme als riesigen Fehler. „Monsanto hat sich mit seiner Größe und seiner Marktmacht auf dem Saatgutsektor über alle Regeln hinweggesetzt und sich für soziale Folgen seines Wirtschaftens nie interessiert, von den ökologischen Folgen erst gar nicht zu reden“, sagte er. Das räche sich jetzt für Bayer.

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