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Start-up Lysando : Das Wundermittel gegen Antibiotikaversagen?

Die Uhr läuft: Artilysin soll dafür sorgen, dass von Bakterien nur noch Trümmer übrig bleiben. Bild: Jan Roeder

Es gibt Hoffnung für Patienten, bei denen Antibiotika nicht mehr wirken: Das Start-up Lysando erzielt große Erfolge mit Artilysinen. Doch nun stößt es an die Grenzen der Pharmaindustrie.

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          Die medizinische Sensation kommt ganz harmlos in einem kleinen Probenfläschchen daher. Soeben hat eine junge Mitarbeiterin im weißen Kittel in dem Regensburger Forschungslabor der Lisando GmbH ein sogenanntes Artilysin in eine trübe Flüssigkeit mit Scharlach-Bakterien injiziert. Dann drückt die Laborantin auf eine Stoppuhr. Keine zwei Minuten später klart sich die Flüssigkeit auf. „Unter dem Mikroskop sind von den Bakterien nur noch Trümmer zu finden“, sagt Manfred Biebl, der Forschungsleiter von Lisando, und lächelt zufrieden. Scharlach-Bakterien, Mediziner sprechen von A-Streptokokken, kommen überall vor, verursachen meist eine Halsentzündung und Hautausschlag – und werden mit Antibiotika behandelt, nicht aber mit Artilysinen.

          Henning Peitsmeier

          Wirtschaftskorrespondent in München.

          Doch die Bakterien, gegen die Antibiotika nicht mehr wirken, breiten sich immer stärker aus, überall auf der Welt. Fachleute warnen vor den Folgen eines weltumspannenden Antibiotikaversagens und sprechen von einer drohenden globalen Katastrophe. Schon heute sterben nach Schätzungen der EU-Kommission jedes Jahr 25.000 Menschen an solchen Bakterien. Die Weltgesundheitsbehörde (WHO) warnt vor einer „Post-Antibiotika-Ära“, in der als überwunden geglaubte Infektionskrankheiten wieder zu einer tödlichen Gefahr werden. Auch die Generalversammlung der Vereinten Nationen hat sich mit dem Thema schon befasst.

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