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Anlagebetrug : Credit Suisse drohen 2 Milliarden Dollar Schadenersatz

  • Aktualisiert am

Die NCFE-Anleihen könnten die Schweizer Banker teuer kommen Bild: dapd

In einem vor zehn Monaten begonnenen Schadenersatzprozess um Anlagebetrug droht der Schweizer Bank Credit Suisse nun eine Zahlung von 2 Milliarden Dollar.

          1 Min.

          In einem Anlegerbetrugsprozess durch einen amerikanischen Finanzdienstleister drohen der Schweizer Bank Credit Suisse nun Schadenersatzzahlungen von bis zu zwei Milliarden Dollar. Das ist das Ergebnis einer Gerichtsentscheidung vom Freitag.

          Der Bezirksrichter befand, dass die mitangeklagte Großbank für die Täuschungsvergehen der bereits vor gut zehn Jahren in Konkurs gegangenen National Century Financial Enterprises (NCFE) in vollem Umfang zur Verantwortung gezogen werden kann, sollten die Geschworenen zu dem Schluss kommen, dass NCFE-Gründer Lance Poulsen und die Credit Suisse die Verluste der Gläubiger gemeinsam verursachten.

          Prominente Kläger

          In einer früheren Anhörung hatte der Richter laut Protokoll die Ansprüche der geschädigten Anleger auf fast zwei Milliarden Dollar beziffert. Für die Kläger ist das Urteil ein Etappenerfolg. Zu ihnen zählen neben der Allianz -Tochter Pimco der Bundesstaat Arizona, die Kapitalanlagegesellschaft Alliance-Bernstein, die britische Bank Lloyds TSB sowie der Versicherer Met-Life.

          „Die Credit Suisse und Herr Poulsen sind die letzten verbliebenen Angeklagten in diesem Verfahren. Wir sind zuversichtlich, dass sich unsere Mandanten durchsetzen werden“, sagt Anwältin Kathy Patrick, die einige der Gläubiger vertritt. Ein Sprecher der Credit Suisse lehnte eine Stellungnahme ab. Ein Prozesstermin ist für den 1. April angesetzt. Der 69-jährige Poulsen verbüßt derzeit eine 30-jährige Haftstrafe und gilt als insolvent.

          Gesamtschaden 3 Milliarden

          Die Credit Suisse hatte Anleihen der NCFE am Kapitalmarkt plaziert, die den Käufern dann Verluste in Milliardenhöhe bescherten. Die Gläubiger werfen der Bank vor, sie hätte von dem Betrug wissen können und in den Emissionsdokumenten nicht auf die Geschäftspraxis von National Century hingewiesen.

          NCFE bot Finanzierungsleistungen für die Gesundheitsbranche an und ging im November 2002 in die Insolvenz. Das amerikanische Justizministerium warf dem Management vor, bei Investoren eingesammelte Gelder missbraucht und sich selbst bereichert zu haben. Der Schaden wurde auf 2,9 Milliarden Dollar geschätzt.

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