https://www.faz.net/-gqe-7tweg

Angeschlagene Warenhauskette : Karstadt-Umbau soll 200 Millionen Euro kosten

  • Aktualisiert am

Richtig gut sieht es nicht aus für Karstadt Bild: Reuters

Der Aufsichtsrat von Karstadt strebt eine tiefgreifende Sanierung der Warenhauskette an. Sie soll laut einem Medienbericht 200 Millionen Euro kosten. Das zugrundeliegende Konzept enthält auch eine Abrechunung mit der Ära Berggruen.

          Nach der Übernahme von Karstadt durch den Tiroler Immobilieninvestor René Benko stimmt der Aufsichtsrat laut einem Bericht der „Bild am Sonntag“ die Führungskräfte auf ein „tiefgreifendes Sanierungsprogramm“ ein. Ohne dieses sei die Existenz der Warenhauskette nur noch bis März 2016 gesichert, zitierte die Zeitung aus einem achtseitigen Konzept. Liquide Mittel seien gegenwärtig noch ausreichend vorhanden, „wären aber ab März ohne Gegenmaßnahmen aufgebraucht“.

          In dem Konzept werden demnach die Kosten für die Sanierung von Karstadt auf mindestens 209 Millionen Euro beziffert. Eine nachhaltige Sanierung koste jedoch 263 Millionen Euro. Den 83 Filialen stünden harte Einschnitte bevor. Das Verkaufspersonal solle ebenso abgebaut werden wie die Zahl der Kassen.

          Gerade in Bereichen mit einer hohen Selbstbedienungsquote - wie beispielsweise bei Spielwaren - werde eine „Reduzierung auf Minimalbesetzung“ angestrebt. Durch mehr Teilzeit-Jobs sollen die Filialen zudem samstags besser besetzt sein als zu Wochenbeginn. Daneben sollen laut „Bild am Sonntag“ allein in der Essener Zentrale zwanzig Prozent der Stellen abgebaut werden.

          Auf der anderen Seite sollen zur Steigerung des Ertrags die Kosten in den Bereichen Einkauf, Sortiment und Lieferanten reduziert und Umstrukturierungen vorgenommen werden. Das Papier beinhalte eine Abrechnung mit der Ära von Investor Nicolas Berggruen: „Verfehlte Investitionen, mangelnde Marktkenntnis, laufende Strategiewechsel und hausinterne Fehlentscheidungen“ hätten den Niedergang weiter beschleunigt.

          Weitere Themen

          Urteil zum Töten von Küken Video-Seite öffnen

          Vorerst erlaubt : Urteil zum Töten von Küken

          Das massenhafte Töten männlicher Küken in der deutschen Geflügelwirtschaft geht vorerst weiter. Das Bundesverwaltungsgericht hat entschieden, dass die Praxis rechtmäßig bleibt, bis es Alternativen gibt.

          Topmeldungen

          Grünen-Chef Robert Habeck

          Kanzlerfrage : Habeck hängt Kramp-Karrenbauer ab

          Der Grünen-Chef würde bei einer Direktwahl des Bundeskanzlers laut einer Umfrage doppelt so viele Stimmen erhalten wie seine Amtskollegin bei der CDU. Mit Friedrich Merz als Kandidat sähe die Lage anders aus.
          Indiens Regierungschef Narendra Modi und der amerikanische Präsident Donald Trump

          Handelsstreit mit Amerika : Indien erhebt Vergeltungszölle

          In Asien bekommt Donald Trump einen weiteren Gegner im Handelskonflikt. Erst strich der amerikanische Präsident Indien Sondervergünstigungen. Nun wehrt sich die Regierung in Neu Delhi.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.