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Angeschlagene Privatbank : Oppenheim verkauft Derivategeschäft an Macquarie

  • Aktualisiert am

Von Köln nach Australien: Sal. Oppenheim verkauft sein Derivategeschäft Bild: ddp

Die Privatbank Sal. Oppenheim verkauft ihr Derivategeschäft an die australische Bank Macquarie - offenbar für einen zweistelligen Millionenbetrag. Was mit dem restlichen Investmentbanking passiert, ist weiter unklar. Denn die Deutsche Bank ist hauptsächlich an Oppenheims reichen Privatkunden interessiert.

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          Die angeschlagene Privatbank Sal. Oppenheim verkauft ihr Derivategeschäft an das australische Finanzinstitut Macquarie. Vereinbart worden sei, dass mehr als 90 Mitarbeiter in Deutschland und der Schweiz von Sal. Oppenheim zu Macquarie wechseln, teilten beide Institute mit.

          Über die Bedingungen der Transaktion, deren Abschluss für Anfang des zweiten Quartals 2010 erwartet wird, sei Stillschweigen vereinbar worden. Finanzkreisen zufolge beläuft sich der Wert des Geschäfts auf einen zweistelligen Millionen-Euro-Betrag. Das Retail-Derivategeschäft werde künftig unter dem Namen Macquarie Oppenheim firmieren. Für Macquarie, die in Asien zu den führenden Derivate-Anbietern zählen, stellt die Übernahme der Oppenheim-Sparte einen wichtigen Expansionsschritt in Europa dar.

          Ursprünglich wollte Sal. Oppenheim das insgesamt 400 Mitarbeiter umfassende Investmentbanking an Macquarie verkaufen. Doch diese Gespräche waren Mitte November an den Preisvorstellungen der Privatbank gescheitert. Als Richtgröße für das gesamte Investmentbanking, zu dem bislang auch das Derivategeschäft zählte, galten 250 Millionen Euro.

          Deutsche Bank hauptsächlich an reichen Privatkunden interessiert

          Sal. Oppenheim, die sich mit Beteiligungen an Krisenfirmen wie Arcandor verhoben hat, wird im ersten Quartal 2010 für gut eine Milliarde Euro an die Deutsche Bank verkauft. Die Frankfurter sind aber eigentlich nur an der Vermögensverwaltung reicher Privatkunden interessiert und wollten das Investmentbanking mit seinen mehr als 400 Mitarbeitern verkaufen.

          Sal. Oppenheim teilte nun mit, dass für die verbleibenden Aktivitäten des Investmentbankings aktiv an einer Lösung gearbeitet werde. Dabei habe die Deutsche Bank signalisiert, auch ein Fortführungskonzept der Investmentbank vollumfänglich zu unterstützen.

          Sal. Oppenheim, die im Geschäft mit Derviaten Finanzkreisen zufolge zuletzt wieder schwarze Zahlen schrieb, spielt auf dem deutschen Derivatemarkt nach der Finanzkrise noch eine mittelgroße Rolle. 2009 entfielen nach Daten der Deutsche-Börse-Tochter Clearstream bislang knapp zwei Prozent des börslichen und außerbörslichen Handelsvolumens auf das Geldhaus. Das entspricht Platz zehn unter 25 erfassten Anbietern. 2008 war der Anteil noch mehr als doppelt so groß, was Position sechs bedeutete.

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