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Angeschlagene Landesbank : Merz soll West-LB-Verkauf regeln

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Treuhänder für die West LB: der CDU-Finanzexperte Friedrich Merz Bild: dpa

Der Verkauf der West LB wird von einem prominenten Finanzexperten geregelt: Der frühere CDU-Fraktionsvorsitzende Friedrich Merz werde diese Aufgabe übernehmen, bestätigte der Bankenrettungsfonds Soffin.

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          Der Anwalt und CDU-Finanzexperte Friedrich Merz soll als Treuhänder den Verkauf der West LB an einen privaten Investor regeln. Der staatliche Bankenrettungsfonds Soffin teilte am Donnerstag in Frankfurt mit, Merz sei zum Veräußerungsbevollmächtigten bestellt worden. Der Fonds bestätigte damit einen entsprechenden Medienbericht. Danach soll Merz die Anteile der Landesbank verkaufen, die noch beim Bund, dem Land Nordrhein-Westfalen und den dortigen Sparkassen liegen.

          Die Privatisierung der nordrhein-westfälischen Landesbank West LB war von der EU- Kommission verlangt worden, weil das Institut mit öffentlichen Garantien am Leben gehalten werden musste. Mit Hilfe des Soffin war die Landesbank von Risikopapieren in einem Volumen von insgesamt 77 Milliarden Euro befreit worden, die in eine sogenannte Bad Bank ausgelagert wurden. Die verbliebene West-LB-Kernbank soll nun verkauft werden. Die EU-Kommission fordert einen Eignerwechsel bis zum Jahr 2011.

          Der 54 Jahre alte Merz war bis zu seinem Ausscheiden aus der Bundespolitik im Jahr 2004 unter anderem CDU-Fraktionsvorsitzender im Deutschen Bundestag. Mittlerweile ist er wieder als Rechtsanwalt tätig. Seine Anwaltskanzlei Mayer Brown hatte nach Beginn der Finanz- und Bankenkrise bereits die Auslagerung giftiger Anlagepapiere der West LB in eine so genannte Bad Bank gemanagt, also einer Sammelstelle für problematische Wertpapiere. Zu Jahresbeginn wurde Merz zudem in den Verwaltungsrat der Privatbank HSBC Trinkaus berufen.

          Als ehemaliger Abgeordneter des Europäischen Parlaments und ehemaliger Bundespolitiker gilt er in Brüssel und Berlin als bestens verdrahtet. Merz unterhält auch gute Kontakte in die Landesregierungen.

          Merz sei „hervorragend geeignet, den Interessen aller Beteiligten, einschließlich der Beschäftigten der Bank, Rechnung zu tragen“, hieß es in der Soffin-Mitteilung. Das Bieterverfahren soll spätestens zum 30. September 2010 eingeleitet werden. Vor allem die Sparkassen setzen noch immer auf eine Zukunft der WestLB im Lager der Landesbanken. Mehrere Versuche, das einstmals stolze Düsseldorfer Geldhaus mit anderen Instituten aus dem öffentlich-rechtlichen Lager zu verschmelzen, sind allerdings bereits gescheitert.

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