https://www.faz.net/-gqe-8koxt

Abgas-Skandal : Angaben zu Renault in französischem Bericht unterschlagen

  • Aktualisiert am

Auch der französische Autobauer Renault ist im Zuge des Abgasskandals ins Zwielicht geraten. Bild: dpa

Die französische Regierung hatte nach dem VW-Abgas-Skandal angeordnet, dutzende Autos überprüfen zu lassen. Im Abschlussbericht wurden aber entscheidende Details weggelassen.

          1 Min.

          In Frankreich wurden als Reaktion auf die Volkswagen-Affäre Abgastests durchgeführt. In Zuge dessen ist jetzt der Autobauer Renault ins Zwielicht geraten. Die britische Zeitung „Financial Times“ berichtete, dass in dem Abschlussbericht einer Expertenkommission wichtige Angaben zu dem französischen Autobauer weggelassen worden seien. Demnach führte das Modell Renault Capture mit einem Stickoxidfilter eine Abgasreinigung durch, als ob es einen Test bemerkt habe.

          Das Blatt beruft sich auf drei Mitglieder der Ende 2015 von Umweltministerin Ségolène Royal ins Leben gerufenen Expertenkommission. „Wir können nicht sicher sein, dass die eingesetzte Software den Test als solchen bemerkt hat“, wird ein Kommissionsmitglied von der „Financial Times“ zitiert. „Aber es scheint, als hätte Renault seinen Stickoxid-Filter für solche sehr spezifischen Umstände optimiert.“

          Es fehlen nicht nur von Renault Informationen

          „In dem Bericht fehlen Informationen“, bestätigte Charlotte Lepitre von der Umweltschutzorganisation France Nature Environnement, die der Expertenkommission angehörte, der Nachrichtenagentur AFP. „Das Fehlende betrifft nicht nur Renault“, sagte sie, ohne genauere Angaben zu machen. Renault habe aber bei den Abgastests zu den „schlechtesten Schülern“ gehört.

          Volkswagen hatte im September eingeräumt, bei Umwelttests von Dieselfahrzeugen in den Vereinigten Staaten die Abgaswerte manipuliert zu haben. Durch eine entsprechende Software wurde bei den Tests ein niedrigerer Schadstoffausstoß gemessen als im Normalbetrieb.

          Als Reaktion ordnete die französische Regierung an, stichprobenartig dutzende Autos verschiedener Hersteller überprüfen zu lassen. Der Abschlussbericht der Expertenkommission wurde Ende Juli vorgelegt. Darin werden „zahlreiche Überschreitungen“ der Grenzwerte festgehalten. Die Experten konnten aber weder ausschließen noch bestätigen, dass auch andere Autobauer als Volkswagen eine Manipulationssoftware einsetzen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Eine Frau telefoniert in einer Telefonzentrale für die Arzthotline 116117 des ärztlichen Bereitschaftsdienstes.

          Keine Impftermine möglich : Nette, aber hilflose Impfhotlines

          Die Impfstoffbeschaffung ist Bundessache, das Verabreichen aber die der Länder. In keinem von ihnen lässt sich ein Termin für eine Impfung vereinbaren. Die Länder halten den Bund für schuldig – und Pfizer.
          Das erste Interview nach seiner Wahl zum CDU-Vorsitzenden: Ministerpräsident Armin Laschet in der Düsseldorfer Staatskanzlei.

          Interview mit Armin Laschet : „Auch mit Friedrich Merz“

          Ein Gespräch mit dem neuen CDU-Vorsitzenden Armin Laschet über die Einbindung des unterlegenen Konkurrenten, die Kanzlerkandidatur, den Kampf gegen Corona, sein Verhältnis zu Russland, die Seidenstraße – und über Twitter.
          2:4-Niederlage bei Borussia Mönchengladbach: der nächste schwere Schlag für die Dortmunder.

          2:4 bei Mönchengladbach : Dortmund nun endgültig in der Krise

          Mönchengladbach zieht nach dem Sieg im wilden Borussen-Duell in der Tabelle an den Dortmundern vorbei. Der BVB kann seine Probleme in der Abwehr nicht abstellen und bangt nun um die Qualifikation zur Champions League.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.