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Andreas Treichl im Interview : „Negativzinsen schaden der Umwelt“

Ökonomisches Wissen gefragt: Adreas Treichl fordert das Schulfach „Wirtschaft“. Bild: Bloomberg

Österreichs bekanntester Banker Andreas Treichl träumt von einer „Greta der Kapitalmärkte“, klagt über fehlende Wirtschaftskenntnisse der Schüler und setzt auf das Gespann von der Leyen und Lagarde.

          4 Min.

          Sie feiern das 200. Bestehen der österreichischen Sparkassen. Die revolutionäre Idee war damals, allen Menschen die Möglichkeit zum Sparen und zum Vermögensaufbau zu bieten. Funktioniert das noch?

          Michaela Seiser
          (ela.), Wirtschaft
          Christian Geinitz
          (itz.), Wirtschaft

          Es wird immer schwieriger in Zeiten von Null- oder Negativzinsen. Jedenfalls in Europa, wo es keine richtigen Kapitalmärkte gibt. Nach der Klimaproblematik halte ich das für die größte Zukunftsgefahr: dass Generationen heranwachsen, die keine Möglichkeit haben, zusätzlich zu ihrem Arbeitseinkommen etwas dazuzuverdienen, indem sie Geld anlegen.

          Es gibt bei uns keine Kapitalmärkte?

          Keine, die breit und tief genug wären, um für Sparer attraktiv und berechenbar zu sein. In Deutschland kann man Aktien von Banken, Pharma- oder Autounternehmen kaufen, aber das sind alte Industrien. Es gibt nur einen großen Tech-Wert, SAP. Das wirkliche Rückgrat der Wirtschaft ist der Mittelstand, der finanziert sich über Banken, nicht am Kapitalmarkt. An seinem Erfolg können sich normale Anleger nicht beteiligen. Deshalb sage ich: Wir leben in einer kapitalmarktfreien Zone.

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