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„Toxische Arbeitsbedingungen“ : Amnesty International tauscht Führungspersonal aus

  • Aktualisiert am

Kumi Naidoo, Generalsekretär von Amnesty International, auf der Münchner Sicherheitskonferenz im Februar 2019 Bild: dpa

Druck, Stress und toxische Arbeitsbedingungen – in einem Bericht hatten sich Mitarbeiter von Amnesty International über das Arbeitsumfeld beschwert. Jetzt wird das Führungsteam ausgetauscht, erhält aber zu hohe Abfindungen, meinen die Angestellten.

          Amnesty International wechselt als Reaktion auf einen Bericht über „toxische“ Arbeitsbedingungen in der Menschenrechtsorganisation die Führungsspitze aus. Der Generalsekretär der in London ansässigen Organisation, Kumi Naidoo, habe Anfang Mai intern das Ausscheiden von fünf der sieben Mitglieder der Generaldirektion angekündigt, sagte ein Amnesty-Sprecher am Dienstag. Sie sollen die Organisation bis Oktober verlassen. Bis eine neue Führung aus dann nur noch vier Mitgliedern gefunden ist, soll ein Übergangsteam die Geschäfte leiten.

          Den Bericht über die Arbeitsbedingungen hatte Amnesty nach den Suiziden von Mitarbeiterin in Genf und Paris im vergangenen Jahr in Auftrag gegeben. Die externen Gutachter legten in dem im Januar veröffentlichten Bericht „Schwachstellen in der Organisationskultur und im Management“ von Amnesty offen. Mitarbeiter hätten über starken Druck und Stress geklagt und die Arbeitsbedingungen oft als „toxisch“ beschrieben.

          Bereits nach Veröffentlichung des Berichts hatte Naidoo Konsequenzen angekündigt. Einem Bericht der britischen Zeitung „The Times“ zufolge sorgten allerdings die „großzügigen“ Abfindungen für die fünf ausscheidenden Mitglieder der Generaldirektion unter den Angestellten für Unmut. Der Amnesty-Sprecher erklärte, die Führungsmitglieder erhielten geringere Entschädigungen als andere Mitarbeiter.

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