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Kriselnder Autohersteller : Mercedes-Manager soll Aston Martin führen

Andy Palmer bei der Präsentation des DBX in Peking im November 2019 Bild: Reuters

Nachdem der Aktienkurs von Aston Martin um 90 Prozent gefallen ist, muss Vorstandschef Andy Palmer gehen. Seine Nachfolge soll offenbar der bisherige Mercedes AMG-Geschäftsführer Tobias Moers antreten.

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          Neuer Vorstandschef des angeschlagenen britischen Herstellers von Luxussportwagen Aston Martin wird offenbar Tobias Moers, bisher Geschäftsführer der Mercedes-Sportwagenmarke AMG. Aston-Martin-Chef Andy Palmer werde bald abgelöst, meldeten mehrere britische und internationale Medien. Aston Martin bestätigte gegenüber der „Financial Times“ lediglich, dass es das Managementteam „überprüfe“ und in dieser Woche eine Entscheidung bekanntgeben werde.

          Philip Plickert

          Wirtschaftskorrespondent mit Sitz in London.

          Der seit 2014 amtierende Palmer hatte bei Aston Martin zunächst einen Turnaround geschafft, mehrere Jahre lang Erfolge gefeiert und hohe Erwartungen geweckt, doch seit gut einem Jahr geriet der Sportwagenhersteller immer tiefer in Schwierigkeiten: Absatzziele mussten mehrfach nach unten korrigiert werden und es häuften sich schon vor der Corona-Krise Verluste an. Für frische Kredite musste das Traditionsunternehmen sehr hohe Risikoprämien zahlen, die Schuldenlast erschien immer drückender.

          Stroll will in Formel 1 angreifen

          Vor zwei Monaten organisierte der kanadische Formel 1-Milliardär Lawrence Stroll eine Kapitalspritze von mehr als einer halben Milliarde Pfund und zog in die Geschäftsführung ein. Während der Ingenieur Palmer große Hoffnungen auf einen Sport-SUV namens DBX setzte und auch Elektrowägen konstruieren wollte, möchte Stroll lieber Ferrari in der Formel 1 angreifen. Die Tage des früheren Nissan-Managers Palmer an der Spitze der „James-Bond“-Sportwagenschmiede scheinen nun gezählt.

          Tobias Moers auf einem Bild aus September 2014

          Der wahrscheinliche Nachfolger Moers, 54 Jahre alt und an der Hochschule Offenburg ausgebildeter Maschinenbauer, führt seit Oktober 2013 die Sportwagensparte AMG der Daimler AG. Unter seiner Führung hat die Marke ihre Modellpalette erweitert, etwa um den 421-PS-starken SUV GLA 45 und das Hyperauto ONE mit mehr als 1000 PS und einem Hybrid-Antrieb.

          Der Aktienkurs von Aston Martin lag am Montag um 4 Prozent im Minus. Seit dem Börsengang im Herbst 2018 hat die Aktie um fast 90 Prozent verloren. Der Unternehmenswert ist an der Börse von rund 4 Milliarden Pfund vor anderthalb Jahren auf nur noch 540 Millionen Pfund geschmolzen. Mercedes ist mit einem 5-Prozent-Anteil ein größerer Aktionär von Aston Martin, dessen Hauptaktionäre der italienische Privat-Equity-Fonds Investindustrial sowie kuwaitische Anleger sind.

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