https://www.faz.net/-gqe-99twl

Früherer Volkswagenchef : Für Amerikas Justiz ist Winterkorn auf der Flucht

  • Aktualisiert am

Martin Winterkorn während der Automesse in Detroit im Januar 2015. Bild: EPA

Amerika hat einen Haftbefehl gegen den ehemaligen Volkswagen-Vorstandsvorsitzenden erlassen. Das Bundesjustizministerium gibt ihm einen Rat.

          1 Min.

          Die amerikanische Justiz hat nach der Anklage im Dieselskandal auch einen Haftbefehl gegen den früheren Volkswagen-Vorstandsvorsitzenden Martin Winterkorn erlassen. Dies bestätigte ein Sprecher des zuständigen Gerichts in Detroit.

          Das Justizministerium erklärte, für die Behörden sei Winterkorn weiterhin auf der Flucht. Volkswagen wollte sich nicht dazu äußern. Eine Sprecherin bekräftigte lediglich, dass der Konzern mit den Behörden kooperiere.

          Die amerikanische Staatsanwaltschaft wirft ihm Verschwörung zur Täuschung der Behörden bei den Abgasmanipulationen vor. Größere Auswirkungen dürfte der Haftbefehl aber nicht haben. Denn eine Auslieferung muss der 70 Jahre alte ehemalige Manager nach Angaben des Bundesjustizministeriums nicht fürchten – solange er auf deutschem Boden bleibt.

          Die amerikanischen Ermittler haben Anklage erhoben und gehen davon aus, dass Winterkorn bereits im Mai 2014 über Unregelmäßigkeiten bei Dieselabgaswerten informiert wurde. Im Juli 2015 sei bei einem Treffen in der Wolfsburger Konzernzentrale im Beisein von Winterkorn und anderen VW-Managern über mögliche Konsequenzen beraten und schließlich vorgeschlagen worden, die Abschalteinrichtung in VW-Modellen nicht offenzulegen. Winterkorn habe diesem Vorgehen zugestimmt.

          Der frühere Vorstandschef hat stets jede persönliche Verstrickung in den Abgasskandal bestritten. Dass es eine Software zur Manipulation von Dieselabgaswerten gebe, wisse er selbst erst seit September 2015. Damals war der Abgasskandal auf Druck der amerikanischen Umweltbehörden aufgeflogen. In Deutschland ermittelt die Braunschweiger Staatsanwaltschaft wegen des Verdachts des Betrugs und der Marktmanipulation gegen Winterkorn und andere Beschuldigte.

          Weitere Themen

          Samsungs Patriarch ist gestorben

          Lee Kun-hee : Samsungs Patriarch ist gestorben

          „Ändern Sie alles, nur nicht ihre Frau und ihre Kinder.“ Mit dieser Weisung führte der südkoreanische Unternehmer Lee Kun-hee Samsung an die Weltspitze der Elektronikunternehmen. Am Sonntag starb Lee im Alter von 78 Jahren.

          Topmeldungen

          Soldaten des Kommandos Spezialkräfte (KSK) stürmen in Calw während einer Übung in eine Tür (Archivbild).

          Wehrbeauftragte Eva Högl : „Es wäre falsch, das KSK aufzulösen“

          Das Kommando Spezialkräfte wird grundlegend reformiert, um rechtsextreme Umtriebe künftig unmöglich zu machen. Die Wehrbeauftragte war bei der „Höllenwoche“ des Verbands dabei. Ein Gespräch über ihre Eindrücke.
          SPD-Gesundheitspolitiker Karl Lauterbach

          SPD-Gesundheitsexperte warnt : Lockdown möglicherweise schon in wenigen Wochen

          Die jetzigen Einschränkungen reichten nicht aus, um einen deutlichen Anstieg der Todeszahlen zu verhindern, sagt Karl Lauterbach laut einem Bericht. Er fordert mehr Homeoffice und eine Aufteilung von Schulklassen. Auch der Außenhandelsverband warnt vor einem neuen Lockdown.

          Verbannung beim FC Arsenal : Warum Mesut Özil polarisiert und spaltet

          Mesut Özil wird beim FC Arsenal nicht mehr gebraucht. Sein Verhalten auf und neben dem Platz wirft Fragen auf, auf die es keine Antworten gibt. Denn Politik lässt sich nicht mit Fußballschuhen vermessen.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.