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Amerikanische Großbank : JP Morgan macht wegen Rechtsstreitigkeiten Verlust

  • Aktualisiert am

In der Verlustzone: JP Morgan Bild: AFP

Die amerikanische Großbank JP Morgan ist im dritten Quartal in die Verlustzone geraten - obwohl das operative Geschäft gut lief. Schuld sind Rechtskosten. Unter anderem droht der Bank ein Verfahren wegen Handels mit mutmaßlich faulen Hypothekenpapieren.

          Hohe Rechtskosten haben die amerikanische Großbank JP Morgan im dritten Quartal in die Verlustzone gedrückt. Ausgaben und Rückstellungen für juristische Auseinandersetzungen minderten das Nettoergebnis insgesamt um 7,2 Milliarden Dollar. Im operativen Geschäft schnitt die Bank dagegen besser ab als erwartet.

          Im Zeitraum von Juli bis September schrieb die Bank einen Verlust von 380 Millionen Dollar, auf die einzelne Aktie entfiel ein Verlust von 0,17 Dollar. Rechtskosten herausgerechnet konnte das Institut dagegen einen Gewinn von 5,8 Milliarden Dollar oder 1,42 Dollar je Aktie einfahren nach 5,71 Milliarden bzw 1,40 Dollar im Vorjahr. Analysten hatten mit 1,19 Dollar gerechnet. Die Einnahmen erreichten 23,12 Milliarden Dollar.

          Gerichtsverfahren droht

          Die Bank steht vor einem Berg rechtlicher Probleme. Unter anderem droht ihr ein Gerichtsverfahren wegen Handels mit mutmaßlich faulen Hypotheken-Wertpapieren. Insbesondere eine mögliche außergerichtliche Einigung mit den Aufsichtsbehörden könnte JP Morgan 11 Milliarden Dollar oder mehr kosten. Eine bevorstehende Einigung war immer wieder in Kreisen und Medien kolportiert worden, ist aber bislang ausgeblieben.

          JP. Morgan und Wells Fargo läuten am Freitag die Berichtssaison für die großen amerikanischen Institute ein.  Wells Fargo schnitt dabei deutlich besser ab als JP Morgan. Die größte amerikanische Immobilienbank hat ihren Gewinn im dritten Quartal 2013 deutlich gesteigert. Der Überschuss sei um 13 Prozent auf 5,32 Milliarden Dollar geklettert. Das Institut profitierte von einer geringeren Risikovorsorge für faule Kredite und konnte die Analystenerwartungen leicht übertreffen. Die Einnahmen der Bank summierten sich allerdings nur noch auf 20,5 Milliarden Dollar, nachdem es im Jahr zuvor noch 21,2 Milliarden waren.

          Wie die amerikanischen Banken insgesamt dastehen, wird sich kommende Woche zeigen, wenn die Bank of America, Citigroup, Goldman Sachs und Morgan Stanley Zahlen für das dritte Quartal vorlegen. Hierzulande wird die Deutsche Bank ihre Zahlen am 29. Oktober vorlegen, die Commerzbank Anfang November.

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