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Amerika-Geschäft : Volkswagen sucht die Masse

Neues in Detroit: Die Studie NCC stellt VW in Nordamerika vor Bild: dpa

Volkswagen will in Nordamerika aus der Nische herausfinden: VW gilt als Trendmarke, das Geschäft ist bislang chronisch defizitär. Im neuen Werk in Tennessee soll nun ein Konkurrent für den erfolgreichen Toyota Camry vom Band laufen - Amerika ist zentraler Baustein des Angriffs auf die Japaner.

          Volkswagen soll in den Vereinigten Staaten eine Marke werden, von der sich die breite Masse angesprochen fühlt. Das kündigte der Vertriebsvorstand des Konzerns, Christian Klingler, auf der Messe in Detroit an. Dabei habe das Unternehmen aber noch viel Arbeit vor sich. „Viele Amerikaner sagen bisher: Volkswagen ist interessant, attraktiv und nett, aber nichts für mich“, sagte er. In den Köpfen der Menschen werde Volkswagen heute zu sehr als Trendmarke und Nischenprodukt wahrgenommen. Dazu habe das Unternehmen womöglich selbst in seiner Werbung beigetragen. VW hat vor wenigen Monaten seine Werbeagentur in Amerika gewechselt.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Bislang hat VW in den Vereinigten Staaten einen überschaubaren Marktanteil von 2 Prozent. Das Geschäft ist chronisch defizitär. Das Unternehmen befindet sich aber in Amerika mitten in einer Offensive: Die Vereinigten Staaten sind ein zentraler Baustein im Plan des Konzerns, bis zum Jahr 2018 Toyota als größten Autohersteller der Welt abzulösen. Gerade baut VW an einem Werk in Chattanooga im Bundesstaat Tennessee, das im nächsten Jahr die Produktion aufnehmen soll. Es ist für das Unternehmen eine Rückkehr nach Nordamerika. Vor 20 Jahren gab VW ein Werk im Bundesstaat Pennsylvania auf.

          Mit dem Werk zielt VW auf den Massenmarkt. Dort soll ein eigens für Amerika entwickeltes Mittelklasseauto vom Band laufen, das dem Verkaufsschlager Toyota Camry Konkurrenz machen soll. Das Modell, welches noch keinen Namen hat, soll etwas größer als der deutsche Passat ausfallen. Klingler kündigte an, beim Preis wettbewerbsfähig mit dem Camry sein zu wollen, nannte aber keine Details. VW hat sich für den amerikanischen Markt ehrgeizige Ziele gesetzt. Im vergangenen Jahr verkaufte das Unternehmen 213 000 Autos - bis zum Jahr 2013 sollen es 400 000 bis 450 000 werden und bis 2018 sogar 800 000.

          Angriff auf die Massen: Nordamerikaner sollen Volkswagen nicht mehr nur als Trendmarke begreifen

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