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Project Kuiper : Amazon wählt Satellitenpartner

  • Aktualisiert am

Blue Origin Rakete beim Start Ende März Bild: AFP

Der Onlinehändler vergibt Aufträge für sein mit Elon Musks Starlink konkurrierendes Satellitenprojekt. Davon profitiert das Zweitunternehmen von Jeff Bezos.

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          lid./niza. New York/Nizza ⋅ Amazon treibt sein Projekt für Internetzugänge aus dem Weltraum voran. Der Onlinehändler hat jetzt Aufträge für 83 Raketenstarts vergeben, mit denen die dafür notwendigen Satelliten ins All gebracht werden sollen. Er hat dafür drei verschiedene Partner ausgewählt: Eine Tranche von zwölf Starts und 15 zusätzlichen Optionen bleibt gewissermaßen in der Familie und geht an Blue Origin, das Zweitunternehmen von Amazon-Gründer Jeff Bezos. Ein weiterer Partner ist das europäische Weltraumunternehmen Arianespace, das 18 Starts absolvieren soll. Nach Angaben seines Vorstandsvorsitzenden Stéphane Israël ist dies der größte Auftrag in seiner Geschichte. Insgesamt 38 und damit die meisten Starts hat sich die United Launch Alliance gesichert, ein Gemeinschaftsunternehmen von Boeing und Lockheed Martin. Welchen Wert die Aufträge haben, sagte Amazon nicht.

          Amazons Projekt heißt „Kuiper“ nach dem holländischen Astronomen Gerard Peter Kuiper. Der Konzern plant ein Netzwerk von 3236 Satelliten, die Internet aus dem All liefern. Amazon konkurriert hier mit dem Raumfahrtunternehmen Space X und dessen Projekt Starlink, das um einiges weiter ist und schon mehr als 2000 Satelliten ins All gebracht hat. Space X peilt auf lange Sicht ein System mit 42 000 Satelliten an. Amazon hat bislang noch keinen seiner Satelliten im Weltraum, nach jetziger Planung sollen in diesem Jahr die ersten beiden Prototypen starten. Das Unternehmen wendet für „Kuiper“ erhebliche Ressourcen auf, nach seinen Angaben arbeiten mehr als 1000 Beschäftigte an dem Projekt. Die von Amazon und Space X forcierten Satellitensysteme sind nicht unumstritten. Kritiker sehen sie als mögliche Verursacher von Weltraumschrott und warnen vor der Gefahr von Kollisionen.

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