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Streaming-Dienst „Prime Video“ : Amazon greift nach Filmstudio MGM

Die Studios Metro-Goldwyn-Mayer (MGM) sind vor allem bekannt für die „James Bond“-Filmreihe. Bild: AP

Amazon will seinen Streaming-Dienst weiter ausbauen. Laut Medienberichten plant der Konzern den Kauf des legendären Hollywood-Studios MGM. Es geht um Milliarden – und die Rechte an zahlreichen Filmklassikern.

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          Amazon.com bereitet offenbar einen milliardenschweren Zukauf vor, um seinen Streaming-Dienst „Prime Video“ zu stärken: Mehreren Medienberichten zufolge führt der Online-Händler Gespräche über eine Akquisition des legendären Hollywood-Studios Metro-Goldwyn-Mayer (MGM).

          Roland Lindner
          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          In der New York Times wird der mögliche Kaufpreis auf neun Milliarden Dollar beziffert. Dort heißt es, auch Apple habe einen Kauf von MGM erwogen, sei aber zu dem Schluss gekommen, dass das Studio nur sechs Milliarden Dollar wert sei. MGM ist vor allem für die „James Bond“-Filmreihe bekannt, deren jüngste Episode „Keine Zeit zu sterben“ wegen der Corona-Krise in einer Warteschleife steckt. Sie sollte eigentlich im April 2020 herauskommen, nun ist der Start in den amerikanischen Kinos für diesen Oktober angesetzt.

          MGM verfügt über eine Bibliothek von rund 4000 Kinofilmen und vielen bekannten Fernsehshows wie „The Handmaid’s Tale“. Das Filmstudio blickt auf eine ruhmreiche, aber auch wechselhafte Geschichte zurück. Es entstand 1924, als der New Yorker Kinobetreiber Marcus Loew seine Produktionsfirma Metro mit den beiden Studios Goldwyn und Mayer verschmolz.

          In den dreißiger Jahren stieg es zu der berühmtesten Hollywood-Adresse auf. Später geriet es in Schwierigkeiten und wurde wiederholt verkauft, im Jahr 2010 stellte es einen Insolvenzantrag. Seither gehört es mehrheitlich dem New Yorker Hedgefonds Anchorage Capital. Schon seit einigen Monaten ist bekannt, dass Anchorage einen Verkauf von MGM prüft.

          Für Amazon wäre MGM der zweitgrößte Zukauf in seiner Geschichte nach der Lebensmittelkette Whole Foods. Der Konzern hat zuletzt viel in seinen Videodienst investiert und Rechte an zugkräftigen Filmen wie „Der Prinz aus Zamunda 2“ gekauft. Er sieht die Plattform als wichtiges Vehikel, um sein Kundenbindungsprogramm „Prime“ attraktiver zu machen, das mehr als 200 Millionen Abonnenten hat.

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