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Am Stammsitz in Ulm : Ratiopharm streicht 100 Arbeitsplätze

Auch das Schmerzmittel Paracetamol kommt aus dem Hause Ratiopharm. Bild: AP

Der Arzneimittel-Hersteller Ratiopharm baut in Deutschland stellen ab, hat die F.A.Z. erfahren. In einem anderen Bereich gibt das Unternehmen aber auch mehr Geld aus.

          Um zu sparen, baut der  Arzneihersteller Ratiopharm im kommenden Jahr 100 Arbeitsplätze an seinem Stammsitz ab. Entsprechende Informationen der Frankfurter Allgemeinen Zeitung bestätigte das Unternehmen auf Anfrage.

          Klaus Max Smolka

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Damit fallen 4 Prozent der 2500 Mitarbeiter zählenden Belegschaft am Doppelstandort Ulm und Weiler weg. Genaugenommen ist es die deutsche Landesgesellschaft des israelischen Pharmakonzerns Teva, die die Arbeitsplätze streicht, aber sie besteht im Kern aus Ratiopharm. Teva hatte den Anbieter aus Ulm im Jahr 2010 übernommen und war zuvor kaum in Deutschland präsent gewesen.

          Teva Deutschland begründete die Streichung damit, den Standort Ulm/Weiler konkurrenzfähig zu halten. „Insgesamt ist ein Abbau von nominal rund 100 Stellen geplant“, teilte das Unternehmen mit. „Nominal“ bedeutet, es geht um Vollzeitstellen. Man wolle freiwillige Austritte und interne Versetzungen nutzen, „um so betriebsbedingte Kündigungen weitestgehend zu vermeiden“, hieß es.

          Die Verhandlungen sind offenkundig angelaufen, denn die Gewerkschaft IG BCE hat schon Vertragsentwürfe zu sehen bekommen. „Immer mehr Kollegen nehmen mit uns Kontakt auf, um sich mit den ausgereichten Aufhebungsverträgen beraten zu lassen“, sagte Rainer Holland-Moritz, Leiter des IG-BCE-Bezirks Ulm.

          Investiert wird aber auch

          „Um die Wettbewerbsfähigkeit des Produktionsstandorts Ulm/Weiler weiterhin zu sichern, müssen wir 2016 nochmals alle Anstrengungen unternehmen und unsere Kosten im konventionellen Produktionsbereich senken“, teilte Teva Deutschland mit. „Da zwei Drittel unserer Kosten aus Lohnkosten bestehen, ist das ohne Stellenabbau nicht zu schaffen.“

          Ratiopharm prüfe auch, Prozesse und Aufgaben auszulagern, die nicht direkt mit der Produktion zusammenhingen. Die Konzernführung investiere zugleich, etwa um die Produktion biotechnologisch hergestellter Präparate zu erweitern. Die tritt neben die Herstellung der etablierten Arzneimittel auf Basis kleiner chemischer Moleküle. Teva Deutschland beschäftigt in Ulm/Weiler 2500 Menschen, in Deutschland insgesamt 3100.

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