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Digitale Souveränität : Altmaier weitet europäische Cloud-Initiative aus

  • Aktualisiert am

Hat Gaia-X gestartet: Wirtschaftsminister Peter Altmaier Bild: dpa

Der Wirtschaftsminister treibt Europas Plan für eine eigene Rechenzentren-Infrastruktur voran. In der Industrie ist schon von einem Durchbruch die Rede.

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          Bundeswirtschaftsminister Peter Altmaier erzielt in Europa breite Unterstützung für das Cloud-Projekt Gaia-X. 25 der 27 EU-Staaten unterzeichneten eine Erklärung mit dem Ziel, für Industriedaten die nächste große Cloud maßgeblich in Europa aufzubauen, sagte der CDU-Politiker in Berlin nach Beratungen mit seinen für Telekommunikation und Digitales zuständigen EU-Ministerkollegen. Zypern und Dänemark hätten noch nicht unterzeichnet, würden dies aber in Kürze nachholen.

          Mit der europäischen Cloud solle die Wettbewerbsfähigkeit der Wirtschaft verbessert werden, hieß es in der Erklärung. Es soll ein Verbund geschaffen werden, der den Rahmen vorgibt, wie Daten innerhalb der EU gespeichert, genutzt und geteilt werden. Das dürfte die Entwicklung von Gaia-X vorantreiben.

          Lob vom Bitkom

          „Europa muss seine Kräfte bündeln, um bei der Welle mit Industriedaten führend zu sein“, sagte EU-Industriekommissar Thierry Breton. Beim Geschäft mit persönlichen Daten von Konsumenten habe die EU zu spät reagiert. Die amerikanischen Internet-Konzerne sind hier führend. Auch die meisten Cloud-Anbieter sitzen in den Vereinigten Staaten.

          Anfang 2021 soll Gaia-X operativ am Markt sein und europäischen Firmen eine Alternative zu amerikanischen und chinesischen Cloud-Computing-Anbietern für Speicher-, Software- und Rechendienstleistungen über das Internet geben. Das Projekt wird bislang vor allem von Deutschland und Frankreich vorangetrieben, die nun weitere Länder ins Boot holen wollen.

          In der deutschen Internet-Branche folgte Lob auf die von Altmaier vorangetriebene Initiative. „Wir begrüßen diesen Vorstoß ausdrücklich“, sagte der Präsident des Digitalverbands Bitkom Achim Berg in einer Mitteilung: „Die Initiative der EU-Länder ist ein Durchbruch für eine gemeinsame europäische Cloud-Politik.“ Der Bitkom unterstütze dabei das Anliegen, ein Regelbuch für die Cloud zu erarbeiten.

          Dieses Regelbuch müsse auf Basis passender und sachgerechter bestehender technischer Standards und Normen entwickelt werden. „Dies kann die Rechtssicherheit für Anbieter und Anwender erhöhen und so die Verbreitung von Cloud-Anwendungen vorantreiben“, sagte Berg.

          Letztlich reichten gemeinsame Erklärungen aber nicht aus, fügte er indes hinzu: „Für eine europäische Cloud- und Dateninfrastruktur spielt die deutsch-französische Organisation Gaia-X eine entscheidende Rolle. Es ist daher richtig, dass die EU-Staaten Gaia-X als ihr gemeinsames Fundament für die künftigen europäischen Datenräume und ein europäisches Cloud-Ökosystem nutzen wollen. Jetzt muss Gaia-X möglichst schnell mit echtem Mehrwert für Anwender an den Markt gebracht werden.“

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