https://www.faz.net/aktuell/wirtschaft/unternehmen/alternative-bezahlsysteme-tinder-muttergesellschaft-verklagt-google-18018916.html

Streit um Zahlungssysteme : Tinder-Muttergesellschaft verklagt Google

  • Aktualisiert am

Das Logo der Dating-App Tinder Bild: AFP

Die Match Group wirft Google vor, alternative Bezahlsysteme im Programm zu verbieten. Bei einer Eskalation könnten mehr als eine Milliarde Android-Nutzer den Zugang zu den Apps des Dating-Konzerns wie Tinder verlieren.

          1 Min.

          Die Muttergesellschaft der Dating-App Tinder hat am Montag in den USA Klage gegen Google eingereicht, weil der Technologieriese angeblich seine marktbeherrschende Stellung missbraucht. „Google dominiert und kontrolliert fast vollständig den Markt für den Vertrieb von Apps“ für sein Handy-Betriebssystem Android, erklärte die Match Group. Der Konzern habe „seine Macht auf verschiedene Weise zum Nachteil von Nutzern und App-Entwicklern missbraucht“.

          Konkret geht es darum, dass Google den App-Betreibern untersagen will, alternative Bezahlsysteme in ihren Programmen anzubieten. Die Match Group will Google gerichtlich dazu zwingen, Zahlungsalternativen zuzulassen, durch die dem Konzern jedoch seine Provisionen von bis zu 30 Prozent entgehen würden.

          Tinder könnte aus Google Play fliegen

          Wenn das Gericht nicht eingreift und „die Match Group sich nicht an Googles geänderte Richtlinien hält, hat Google klar gesagt, dass es die Apps von Match aus Google Play entfernen wird“, heißt es in der bei einem bei einem Bundesgericht in San Francisco eingereichten Klageschrift. In diesem Fall könnten „mehr als eine Milliarde Nutzer von Android-Geräten weltweit keinen Zugang mehr zu den Apps der Match Group haben“.

          Google bedrohe die Match Group dadurch mit dem „Tode“ – „eine Drohung, die sie gegen einen anderen Entwickler, Epic Games, wahr gemacht haben“. Der Spielehersteller Epic Games, der unter anderem „Fortnite“ anbietet, hatte im Sommer 2020 aus ähnlichen Gründen einen Rechtsstreit gegen Google und iPhone-Hersteller Apple begonnen. Im vergangenen November forderte eine US-Bundesrichterin Apple auf, ein alternatives Zahlungssystem im App Store zuzulassen. Gleichzeitig befand sie, dass Epic nicht nachweisen konnte, dass Apple gegen das Wettbewerbsrecht verstoßen hatte.

          Während der App Store der einzige zugelassene Inhaltsanbieter für Apple-Mobilgeräte ist, können Nutzer von Android-Smartphones oder -Tablets Apps auf eigenes Risiko von anderen Online-Plattformen als dem Google Play Store herunterladen. Google verteidigt seine Play Store-Gebühren zudem als branchenüblich und angemessen für den Betrieb einer sicheren, globalen Plattform für digitale Inhalte. In der Klage von Match wird behauptet, dass die Nutzer trotz der Konkurrenzplattformen in mehr als 90 Prozent der Fälle ihre Apps aus dem Play Store herunterladen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Der chinesische Staats- und Parteichef Xi Jinping am 30. Juni in Hongkong

          Xi Jinping zu Besuch : Polizeistaat Hongkong

          China kann die einst liberale Stadt Hongkong nur mit Zwang integrieren. Das sagt etwas über die Strahlkraft des chinesischen Entwicklungsmodells.
          US-Präsident Joe Biden bezeichnete ein Urteil des Obersten Gerichtshofs zur Klimapolitik als „schreckliche Entscheidung“.

          Urteil des Supreme Court : Schwerer Rückschlag für Bidens Klimapolitik

          Amerikas Präsident Biden spricht von einer schrecklichen Entscheidung, nachdem der Oberste Gerichtshof die Kompetenzen der US-Umweltbehörde EPA beschnitten hat. Seine Klimapläne kann er jetzt nur viel schwerer umsetzen.
          In nur zehn Minuten beim Kunden: Das Start-up Gorillas bietet Lebensmittel per Lieferdienst

          Unprofitables Liefergeschäft : Es wird eng für Gorillas

          Lebensmittel in zehn Minuten – dieses Geschäftsmodell hat der Lieferdienst etabliert. Doch nun könnte ihm das Geld ausgehen. Hinter den Kulissen wird offenbar an einem Verkauf des Unternehmens gearbeitet.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Sie können bis zu 5 Newsletter gleichzeitig auswählen Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.