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Allianz Hauptversammlung : Kleinaktionäre wollen Trennung von Dresdner Bank

  • Aktualisiert am

„Derzeit finden Sondierungsgespräche statt”: Allianz-Chef Kai Diekmann Bild: REUTERS

Auf der Hauptversammlung der Allianz forderten Kleinaktionäre den Vorstand auf, die Dresdner abzuspalten. Mit der Übernahme im Jahr 2001 habe sich die Allianz einen „Haufen Probleme ans Bein gebunden“. Allianz-Chef Michael Diekmann räumte Sondierungsgespräche ein.

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          Die Trennung von der mit Verlusten kämpfenden Dresdner Bank rückt für den Münchner Finanzkonzern Allianz näher. Allianz-Chef Michael Diekmann räumte am Mittwoch auf der Hauptversammlung in München erstmals Verhandlungen ein, die zum Verkauf oder einer Fusion der Bank führen könnten. „Derzeit finden Sondierungsgespräche statt, die aber noch nicht das Stadium haben, dass ich heute darüber berichten könnte“, sagte Diekmann vor 4000 Aktionären.

          Erstmals seit Jahren gebe es eine Situation, in der es zu größeren Zusammenschlüssen privater Banken kommen könne, sagte Diekmann. „Wir begrüßen diese Entwicklung.“ Es könne zu „guten Lösungen“ kommen. Die privaten Banken müssten deutlich höhere Marktanteile anstreben. Vor allem das Privatkundengeschäft in Deutschland wird von den öffentlich-rechtlichen Sparkassen und den genossenschaftlichen Volks- und Raiffeisenbanken dominiert, die von privaten Häusern de facto nicht zu übernehmen sind. Konkreter wurde der Allianz-Chef nicht, um die eigene Position im Fusionspoker nicht zu schwächen.

          „Trennen Sie sich von der Bank“

          Über einen Verkauf der Dresdner Bank wird seit längerem spekuliert. Seit Beginn der Finanzkrise im Sommer summieren sich ihre Belastungen auf rund 2,5 Milliarden Euro. Kleinaktionäre forderten den Vorstand deshalb auf, die Dresdner abzuspalten. „Trennen Sie sich von der Bank und bleiben Sie bei dem, was Sie können: Tun Sie Versicherungen“, sagte Hans-Martin Buhlmann von der Vereinigung Institutioneller Privatanleger unter Beifall. Auch Verena Brendel von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz forderte Diekmann zum Handeln auf: Er müsse das Problem lösen oder die Bank schließen. Mit der 24 Milliarden Euro schweren Übernahme im Jahr 2001 habe sich die Allianz einen „Haufen Probleme ans Bein gebunden“.

          Der Versicherungsriese hat seine Tochter mehrfach umgebaut - bis jetzt ohne durchschlagenden Erfolg. Ein Verkauf wäre nach Einschätzung von Analysten ein Befreiungsschlag und könnte den Aktienkurs beflügeln. Derzeit wird die Dresdner Bank in zwei eigenständige Einheiten aufgespalten - eine für das Privat- und Firmenkundengeschäft sowie die Investmentbank. Das erleichtert eine spätere Zerschlagung.

          Zusammenarbeit mit HSBC

          Schon 2007 habe die Allianz mit der HSBC, die nach ihrem Börsenwert größte Bank der Welt außerhalb Chinas, eine Kooperation bei Versicherungen vereinbart, sagte Diekmann. Die Briten vermitteln der Allianz nun Schaden- und Unfallpolicen aus Europa, dem Nahen Osten sowie der Region Asien/Pazifik. „Ich bin zuversichtlich, dass sich hier eine für beide Partner sehr interessante globale Geschäftsbeziehung aufbauen lässt“, sagte Diekmann. In Deutschland gehören der HSBC knapp 80 Prozent an der Düsseldorfer Privatbank HSBC Trinkaus. Sie konzentriert sich auf Firmenkunden und vermögende Privatkunden.

          Eine genaue Ergebnisprognose für 2008 wagte Diekmann nicht. Der Überschuss hänge von der Börsenentwicklung ab. Diese werde im zweiten Halbjahr aber wieder positiver gesehen. 2007 war die Allianz auf einen Rekordgewinn von acht Milliarden Euro gekommen - so viel wie kein anderes deutsches Unternehmen. Finanzvorstand Helmut Perlet hatte nach einem Gewinneinbruch im ersten Quartal um zwei Drittel auf 1,15 Milliarden Euro bereits gesagt, dass 2008 ein schwieriges Jahr sei. Das mache es der Allianz schwer, ihr mittelfristiges Ziel zu erreichen. Die Münchner haben sich vorgenommen, den operativen Gewinn von 2007 bis 2009 im Schnitt um zehn Prozent pro Jahr zu steigern. Am Ende soll ein Ergebnis von 13,3 Milliarden Euro stehen.

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