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Bundesverkehrsminister : Dobrindt: Lufthansa soll Löwenanteil von Air Berlin bekommen

  • Aktualisiert am

Jahrelang größte Konkurrenten, jetzt in Verhandlungen: Die Deutsche Lufthansa und Air Berlin, hier auf dem Düsseldorfer Flughafen schon Seite an Seite. Bild: dpa

Wer übernimmt die Filetstücke, die Mitarbeiter und Flugzeuge der insolventen Air Berlin? Geht es nach Bundesverkehrsminister Dobrindt, ist die Sache klar. Er will einen „deutschen Champion“.

          Die Lufthansa soll nach den Vorstellungen von Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt den Löwenanteil der insolventen Air Berlin übernehmen. „Wir brauchen einen deutschen Champion im internationalen Luftverkehr“, sagte der CSU-Politiker der „Rheinischen Post“. „Deswegen ist es dringend geboten, dass Lufthansa wesentliche Teile von Air Berlin übernehmen kann.“

          Wie die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft aufgeteilt wird, hängt allerdings in erster Linie von den Angeboten der privaten Fluggesellschaften ab und auch stark von den Kartellbehörden. Die stehen einem Verkauf von größeren Teilen an die  Lufthansa kritisch gegenüber, weil Lufthansa und Air Berlin direkte Konkurrenten waren und die Lufthansa auf dem deutschen Markt schon jetzt eine sehr starke Stellung hat.

          Minister Dobrindt scheint die wettbewerbsrechtlichen Probleme indes laxer zu sehen:. Monopolfragen könnten „nicht mehr mit der rein regionalen Brille auf einzelne Standorte betrachtet werden“, so Dobrindt.

          „Alle Arbeitsplätze werden nicht zu retten sein“

          In einem exklusiven Gespräch mit der Frankfurter Allgemeinen Zeitung hatte Air-Berlin-Chef Thomas Winkelmann am Mittwoch gesagt, dass er außer mit der Lufthansa noch mit zwei weiteren Interessenten aus der Luftfahrt in Kontakt stehe. Sämtliche Unternehmen, mit denen schon seit Wochen intensiv verhandelt werde, sind nach seinen Angaben „in finanzieller Hinsicht seriös, vom Volumen her ausreichend groß, um Air Berlin eine sichere Zukunft zu bieten, und hätten zudem das Interesse, weiterhin vom Standort Deutschland aus zu operieren“.

          Noch im September will der seit Mai amtierende Vorstandschef mit zwei oder mehreren Käufern juristisch belastbare Vereinbarungen getroffen haben, die den Betrieb der zentralen Geschäftseinheiten von Air Berlin und auch das Gros der Belegschaft absichern. „Alle Arbeitsplätze werden jedoch auch nach dieser Vereinbarung nicht zu retten sein“, machte Winkelmann bei seinen jüngsten Auftritten auf internen Mitarbeiterversammlungen in Berlin unmissverständlich klar.

          Unterdessen berichtet die Süddeutsche Zeitung unter Berufung auf Unternehmenskreise, Lufthansa wolle bis zu 90 der 140 Flugzeuge von Air Berlin und deren österreichischer Tochtergesellschaft Niki komplett übernehmen. Ein Abschluss könne schon in der kommenden Woche erzielt werden. „Geht alles glatt, so
          könnte Air Berlin bereits im September und nicht erst im November zerlegt sein.“ Lufthansa wolle „im Idealfall“ etwa 90 Flugzeuge übernehmenund unter ihrer eigenen Billigmarke Eurowings weiterbetreiben. Davon habe sie 38 bereits mit den Besatzungen gemietet.

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