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Lebensmittel-Großhändler : Aldi verzichtet auf Plastikfolie bei Salatgurken

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So soll es bei Aldi bald nicht mehr sein: Salatgurken in Plastikfolie Bild: dpa

Aldi will seine Salatgurken zukünftig nur noch ohne Plastik anbieten. Ein Test ergab: Auch bei aus Spanien importierten Gurken hat die Folie kaum Auswirkungen auf die Frische. Was macht die Konkurrenz?

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          Der Lebensmittel-Großhändler Aldi hat angekündigt, auf die Plastikfolie bei Salatgurken zu verzichten. Ab April werden deutschlandweit in allen Filialen von Aldi Süd und Aldi Nord ausschließlich unverpackte Salatgurken angeboten. Es wird gehofft, dadurch rund 120 Tonnen Kunststoff einzusparen. Die Gurke ist nach Tomaten und Karotten das drittbeliebteste Gemüse der Deutschen. Laut der Bundesanstalt für Landwirtschaft und Ernährung in Deutschland werden jedes Jahr rund 5,1 Kilogramm pro Kopf verzehrt.

          Die Gurke war bislang gerade in den Wintermonaten in Folie gehüllt, um die Frische während des langen Transportweges aus Spanien zu gewährleisten. Inwiefern sich der Verzicht der Plastikfolie auf die Produktqualität auswirkt, hatte Aldi im Vorfeld in einigen Regionalgesellschaften mit unverpackten Salatgurken aus Spanien getestet. „Wir freuen uns, dass der Test erfolgreich verlaufen ist. Gemeinsam mit unseren Partnern haben wir nun die Transportprozesse so anpassen können, dass die Qualität und Frische der Salatgurke auch unverpackt erhalten bleibt“, hieß es. Inwiefern der Konzern in Zukunft auch zunehmend auf regionale Gurken setzen will, wurde dagegen nicht bekannt. Es hieß aber, dass bereits in den vergangenen Jahren das Angebot an unverpacktem Obst und Gemüse erweitert und dadurch die Verpackungsmenge deutlich reduziert werden konnte.

          Andere Lebensmittelhändler wollen es Aldi dagegen nicht gleichtun. So verzichtet etwa Lidl darauf, schreibt die „Süddeutsche Zeitung“ in einem Bericht. Darin heißt es ebenfalls, dass Edeka die meisten Gurken unverpackt anbiete, dies aber letztlich den Einzelhändlern überlasse. Rewe verzichtet zwar bei den Bio-Gurken auf eine Folie, die konventionelle Variante komme aber weiter mit Plastik. Als Grund dafür nennen viele Händler auch, dass ansonsten eine sichtbare Unterscheidung von Bio- und konventionellen Produkten schwierig sei. Die Industrie hat dafür allerdings mittlerweile eine Lösung präsentiert. So soll das Bio-Siegel mit einem Laser wie schon bei Avocados und Süßkartoffeln eingebrannt werden. Dies sei umweltfreundlicher als ein Klebe-Etikett.

          Als weitere Maßnahme zur Reduzierung von Kunststoffmüll testet Aldi außerdem in ausgewählten Filialen Mehrwegtaschen für Obst und Gemüse. Die waschbaren Beutel können von den Kunden entweder gekauft oder nach dem Bezahlen in der Filiale zurückgelassen werden. Ein ähnliches Konzept gibt es auch beim schwedischen Möbelhändler Ikea.

          Ganz ohne Zwang kommt es zum Verzicht auf Plastik bei den Unternehmen allerdings nicht. Die Europäische Union und die deutsche Regierung forcierten zuletzt den Verzicht auf Plastikprodukte und -verpackungen, genauso wie bei Einkaufstaschen aus Plastik. Die EU brachte im vergangenen Dezember beispielsweise ein Gesetz auf den Weg, das den Verkauf von Plastiktellern, Trinkhalmen und anderen Wegwerfprodukten aus Kunststoff untersagt. In Deutschland wird pro Kopf jährlich am meisten Plastikmüll angehäuft.

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