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Erfolg : Aldi macht in Australien Millionen

Aldi Süd trumpft auch ganz tief im Süden auf: in Australien Bild: dpa

Nach Kritik seiner Wettbewerber legt Aldi in Australien offen, wie viel Steuern der Konzern dort zahlt. Daran zeigt sich auch, wie erfolgreich das Unternehmen Down Under ist.

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          Aldi hat in seinem Wachstumsmarkt Australien im Jahr 2013 deutlich mehr als 200 Millionen australische Dollar (136 Millionen Euro) vor Steuern verdient. Die Deutschen sahen sich durch den Angriff eines Konkurrenten zur Offenlegung ihrer Steuerzahlungen gezwungen. Aldi-Konkurrent Wesfarmers hatte sie öffentlich bezichtigt, sich an ordentlichen Zahlungen vorbei zu mogeln. Daraufhin reagierte Aldi mit der Erklärung seiner Steuerabgaben, die Rückschlüsse auf den Gewinn des Unternehmens aus der sonst so verschlossenen Gruppe Aldi Süd zulassen.

          Christoph Hein

          Wirtschaftskorrespondent für Südasien/Pazifik mit Sitz in Singapur.

          Der Vorstandsvorsitzende von Aldi-Konkurrent Wesfarmers, Richard Goyder, hatte während eines Vortrages in Melbourne gefordert, Aldi auf die Finger zu schauen. „Prüfen Sie genau, wie viel Steuern Aldi in diesem Land zahlt“, rief Goyder den Behörden zu. „Sie sollten Unternehmenssteuern in Australien zahlen, und sie sollten dabei sehr transparent vorgehen“, legte Goyder mit Blick auf die Deutschen noch nach.

          Aldi lehrt andere das Fürchten

          Aldi attackiert die eingesessenen Handelsketten wie Coles oder Woolworth’s mit seinem Expansionskurs und zwingt sie zu deutlichen Preissenkungen. Die Steuerfrage ist in Australien derzeit ein besonders sensibles Thema, bei der ausländische Konzerne wie Apple oder Ikea mit ihrem Verhalten am Pranger stehen. Zahlreiche Unternehmen rechneten ihre Einnahmen über das Ausland ab, kam bei einer Befragung im Senat heraus.

          Aldi aber lässt nichts auf sich kommen und legte an diesem Dienstag seine Steuerzahlungen offen. Die Anschuldigungen seien rundweg falsch. „Aldi hat ein unabhängiges Geschäft im australischen Markt aufgebaut und bedient alle Steuerforderungen der Landesregierungen und des Bundes“, heißt es in einer Mitteilung.

          Doch der in Deutschland so schweigsame Konzern geht noch einen großen Schritt weiter: Im Kalenderjahr 2013 habe Aldi in Australien 81,6 Millionen australische Dollar (55,73 Millionen Euro) an Ertragssteuern gezahlt, erklärte das Unternehmen. Die Steuerquote für die vergangenen Jahre habe bei fast 31 Prozent gelegen.

          Damit öffnet Aldi die Tür für Rechenspiele: Vor Steuern müssten die Deutschen im Jahr 2013 rund 213 Millionen australische Dollar verdient haben, der Umsatz dürfte 5,3 Milliarden Australische Dollar betragen haben.

          Die Marge des Neuankömmlings in Australien hätte damit bei 4,4 Prozent gelegen, verglichen mit derjenigen des alteingesessenen Konkurrenten Coles von 5 Prozent. Im vergangenen Jahr zog der Umsatz von Aldi um rund 13 Prozent auf schon 6 Milliarden australische Dollar an. Die Analysten der UBS glauben, Aldi werde 2019 auf 9 Milliarden Dollar Umsatz kommen.

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