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Streit um „Ramschpreise“ : Aldi kontert Cem Özdemir

Bundeslandwirtschaftsminister Özdemir will höhere Lebensmittelpreise. Bild: dpa

„Ramschpreise“ sieht Landwirtschaftsminister Özdemir in deutschen Supermärkten. Aldi und Kaufland lassen das nicht auf sich sitzen.

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          Die Supermärkte verteidigen sich nach der Kritik des Bundeslandwirtschaftsministers Cem Özdemir (Grüne) an „Ramschpreisen“ für Lebensmittel und rufen Grundkonzepte der Marktwirtschaft ins Gedächtnis. Der Aldi-Konzern teilte auf Anfrage der F.A.Z. mit, es sei Anspruch des Unternehmens, „unseren Kundinnen und Kunden zu jedem Zeitpunkt hohe Qualität zum bestmöglichen Preis anzubieten“. Die Aldi-Einkaufspreise „folgen grundsätzlich dem marktwirtschaftlichen Prinzip von Angebot und Nachfrage“.

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.

          Kaufland erinnerte Politik und Öffentlichkeit daran, dass sich auch die Verkaufspreise an „Angebot und Nachfrage sowie am Wettbewerb“ orientierten. Lidl , Edeka und Rewe reagierten auf eine Anfrage der F.A.Z. bis Redaktionsschluss nicht.

          Özdemir, der auch für Ernährung zuständig ist, hatte diese „bestmöglichen“ Preise am Weihnachts-Wochenende gegenüber der Zeitung „Bild am Sonntag“ als „Ramschpreise“ bezeichnet. Diese dürfe es künftig nicht mehr geben. Er ging dabei mit den Zuständen in der deutschen Landwirtschaft und im Lebensmittelhandel ins Gericht. Ein Kilo Hackfleisch, das 3,98 Euro koste, könne nicht von glücklichen Tieren kommen. Keine Bauernfamilie könne davon leben. Er machte die „Ramschpreise“ für eine Reihe von Entwicklungen mitverantwortlich: „Sie treiben Bauernhöfe in den Ruin, verhindern mehr Tierwohl, befördern das Artensterben und belasten das Klima.“ Das wolle er ändern. Mit den Äußerungen hatte der Politiker eine breite Debatte ausgelöst.

          Günstig durch schlanke Strukturen

          Aldi sieht in den eigenen Preisen ein wichtiges Instrument, um Überkapazitäten abzubauen. „Unsere Produkte können wir auch deswegen so günstig anbieten, weil wir als Discounter in großen Mengen einkaufen, auf sehr schlanke Strukturen zurückgreifen können und über ein ausgesuchtes Sortiment verfügen.“ Der Konzern verwies zudem auf seine Maßnahmen zur Verbesserung des Tierwohls, die für die Zukunft geplant seien.

          Von 2025 an solle es Fleisch aus Haltungsform 1, also gewöhnliche Stallhaltung, nicht mehr geben. „Spätestens ab 2030 wird es Hähnchen, Pute, Schwein und Rind ausschließlich aus den Haltungsformen 3, also Außenklima-Haltung, oder 4, der Premium-Haltung, wie beispielsweise Bio-Ware, geben.“

          Auch Kaufland teilte mit, man übernehme „Verantwortung für Mensch, Tier und Umwelt“, habe frühzeitig „vielfältige Maßnahmen“ ergriffen und fördere bessere Haltungsbedingungen. Landwirte erhielten eine „zusätzliche Vergütung in Form eines Tierwohl- sowie eines Futterbonus für gentechnikfreie Fütterung“.

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