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Aldi in China : Deutsche Würste neben Hühnerfüßen

„Ao-Le-Qi“, wie der Discounter Aldi in China heißt, eröffnet dieser Tage seine ersten Filialen. Die Menschen sind von der deutschen Qualität so begeistert, dass sie sie sich per App frei Haus liefern lassen. Bild: dpa

In China stehen die Menschen vor den ersten Aldi-Märkten Schlange, das „Karlskrone“-Bier wird per App nach Hause bestellt. Die Faszination für den deutschen Lebensmittelkonzern kommt nicht von ungefähr.

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          Das Drachenbootfest ist außer Neujahr und dem Mondfest der wichtigste Feiertag in China. Die Erwachsenen fahren Drachenbootrennen, die Kinder rezitieren in den Gassen ihrer Wohnanlagen die Verse des Dichters Qu Yuan, der sich 278 vor Christus im Miluo-Fluss ertränkte. Nicht so am gestrigen Freitag in Schanghai. Dort hatten sich schon vor sieben Uhr morgens in den Stadtteilen Jing’an und Minhang lange Schlangen gebildet: um in den beiden neu eröffneten Filialen der Essener Supermarktkette Aldi deutsches Bier der Aldi-Eigenmarke „Karlskrone“ für 3 Yuan (38 Cent) die Halbliterdose zu erstehen sowie Speiseöl der Eigenmarke „Pure Vita“ zu 39 Yuan (5 Euro) für das Fünf-Liter-Fass.

          Hendrik Ankenbrand

          Wirtschaftskorrespondent für China mit Sitz in Schanghai.

          In China heißt Aldi „Ao-Le-Qi“, was so viel bedeutet wie „gemeinsam fröhlich sein“. Über 10.000 Filialen in der Welt hat die deutsche Kette. Seit 2013 bereitet sie ihren Einstieg in China vor. Vor zwei Jahren begann Aldi, seine Produkte online zu verkaufen. Das versuchte auch schon Konkurrent Lidl, zog sich aber im April überraschend aus dem Land zurück. Nun geht Aldi Süd sogar einen Schritt weiter: Der Discounter eröffnet zwei Filialen – als Test. „Wir wollen verstehen, was unsere chinesischen Kunden wollen“, sagt Sprecherin Lin, als sie die F.A.Z. durch den Laden führt. Diese hätten einen „dynamischen Lifestyle“, so viel sei bisher klar.

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