Kassenloser Aldi :
Einfacher bleibt Bargeld

Klaus Max Smolka
Ein Kommentar von Klaus Max Smolka
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Nur Bares ist Wahres? Kasse in einem Supermarkt in Stuttgart
Aldi Nord führt in Utrecht den kassenlosen Laden ein. 475 Kameras beobachten die Kunden. Der Einkauf wird komplizierter, Anonymität geht verloren, wieder ist eine digitale Spur gelegt. Bitte anderswo einkaufen.
Aldi Nord führt in Utrecht den kassenlosen Laden ein, mit Sensoren und 475 Kameras. Kunden stecken die automatisch registrierten Waren in den Rucksack und checken aus. Einfacher gehe es nicht, sagt der Landeschef. Wirklich? In der Tat entfällt die Schlange an der Kasse. Aber Kunden müssen sich eine App herunterladen, sie mit der Kreditkarte verknüpfen, das Telefon immer bei sich haben, und die Technik muss funktionieren.

Geht etwas schief, entsteht höherer Aufwand für die Reklamation. Die Läden sind mit Schleusen abgeschottet. Man kennt das von der niederländischen Chipkarte für Bahn und Bus.

Neue Technik ist gut, wenn sie Vorteile schafft. Aber einfacher bleibt Bargeld; nicht umsonst wurde es einmal als universelles Tauschmittel eingeführt. Gravierender: Wieder ist ein Stück Anonymität verloren, eine digitale Spur gelegt. Viele finden das selbstverständlich – aber die Freiheit, nicht per Karte zu zahlen, muss bleiben. Sie verschwindet in den Niederlanden immer weiter. Sich dagegen zu stemmen mag ein Rückzugsgefecht sein. Die Warnungen werden dadurch nicht falsch. Bitte anderswo einkaufen, gerne auch in anderen Aldi-Filialen – und diesen Laden verweigern.