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Menschenrechts-Aktionsplan : Bürde für Unternehmen

Afghanische Kinder stehen am Weltkindertag vor ihren Lehmhäusern. Bild: dpa

Die Regierung bürdet den Unternehmen bei der Einhaltung von Menschenrechten viel auf. Es sollte nicht Aktionismus den Ausschlag für Maßnahmen geben, sondern deren nachhaltige Wirkung. Ein Kommentar.

          Menschenrechte sind wichtig. Sie sind die Krönung unserer Zivilisation. Wer wollte daran zweifeln. Und dass die Regierung darauf achtet, dass sich alle an ihnen ausrichten, wird ihr niemand vorwerfen. Nichts anderes ist zu erwarten.

          Dennoch ist die Frage zu stellen, ob für die Einhaltung der Menschenrechte gleich einige tausend Unternehmen eine interne Organisation aufbauen müssen. Seit einem knappen Jahr gilt die Pflicht zur nichtfinanziellen Berichterstattung für 500 börsenrelevante Unternehmen in Deutschland.

          Eine Durchsicht der ersten Berichte zeigt, wie schwer sich Unternehmen damit tun. Nicht aus schlechtem Willen, sondern weil der Aufbau einer neuen Berichtspflicht eine große Herausforderung ist. Man braucht erst einmal einen Standard der relevanten Inhalte, man benötigt dann ein intern organisiertes Berichtswesen, und man braucht zur Beurteilung allgemein anerkannte Kennziffern. Alles das fehlt noch.

          Außerdem kennt bis heute niemand die Kosten, die eine zusätzliche Berichterstattung verursacht. Die Regierung sollte daher vor neuen Maßnahmen wie der nun ins Auge gefassten Ausweitung auf rund 7000 Unternehmen die Erfahrungen mit der Umsetzung der jetzigen Gesetze abwarten. Auch bei Gesetzen sollte nicht der vordergründige Aktionismus den Ausschlag geben, sondern deren nachhaltige Wirkung.

          Georg Giersberg

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Der Betriebswirt“.

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