https://www.faz.net/-gqe-923fu

Aktienstreit : Mark Zuckerberg gibt mehr Kontrolle über Facebook ab

Mark Zuckerberg Bild: dpa

Mark Zuckerberg will Facebook-Aktien verkaufen, um spenden zu können. Doch die Käufer seiner Aktien sollten kein Stimmrecht bekommen. Jetzt wird er weicher – aus einem simplen Grund.

          Das soziale Netzwerk Facebook hat sein Vorhaben aufgegeben, eine neue Klasse von Aktien ohne jegliches Stimmrecht zu schaffen. Dieser Plan war dazu gedacht, dem Vorstandsvorsitzenden Mark Zuckerberg auf lange Sicht die Kontrolle über das Unternehmen zu bewahren, ihm gleichzeitig aber auch zu ermöglichen, zur Finanzierung seiner wohltätigen Aktivitäten Aktien zu verkaufen.

          Roland Lindner

          Wirtschaftskorrespondent in New York.

          Facebook hatte diese Struktur schon vor fast eineinhalb Jahren angekündigt, und sie wurde auch schon in einer Aktionärsversammlung genehmigt. Investoren hatten aber gegen die Schaffung einer neuen Aktienklasse geklagt, und an diesem Dienstag sollte Zuckerberg in dieser Auseinandersetzung vor Gericht aussagen. Diesen Auftritt kann der Facebook-Chef nun vermeiden, die Investoren wollen die Klage zurückziehen.

          Facebook hat derzeit zwei Kategorien von Aktien: Es gibt die börsennotierten A-Aktien mit einem Stimmrecht und B-Aktien mit zehn Stimmrechten. Zuckerberg verfügt über den größten Teil der B-Aktien, was dafür sorgt, dass er insgesamt rund 60 Prozent der Stimmrechte im Unternehmen kontrolliert. Facebook plante nun, allen bisherigen Aktionären und damit auch Zuckerberg zusätzlich C-Aktien ohne jedes Stimmrecht zu geben. Das hätte dem Facebook-Chef die Möglichkeit eröffnet, Aktien zu verkaufen, ohne dass dadurch sein Stimmrechtsanteil sinken würde.

          Facebooks A-Aktien

          Facebook

          -- -- (--)
          • 1T
          • 1W
          • 3M
          • 1J
          • 3J
          • 5J
          Zur Detailansicht

          Zuckerberg sagte, auf diese Weise könne er sein karitatives Engagement finanzieren und würde trotzdem die Kontrolle über Facebook nicht verlieren. Der Facebook-Chef hat vor zwei Jahren anlässlich der Geburt seiner ersten Tochter verkündet, dass er im Laufe seines Lebens 99 Prozent der Aktien, die er zusammen mit seiner Frau Priscilla Chan hält, an wohltätige Zwecke geben will. Dazu hat das Ehepaar die Organisation „Chan Zuckerberg Initiative“ ins Leben gerufen, mit der es unter anderem dazu beitragen will, Erziehung zu verbessern, Krankheiten zu heilen und saubere Energien zu fördern.

          Zuckerberg will für bis zu 13 Milliarden Dollar Aktien verkaufen

          Als Zuckerberg sein Spendenversprechen machte, hatte sein Facebook-Aktienpaket einen Wert von 45 Milliarden Dollar. Seither ist der Aktienkurs des Unternehmens aber deutlich gestiegen, und Zuckerberg ist noch viel reicher geworden. Er hält derzeit rund 400 Millionen Facebook-Aktien, die beim gegenwärtigen Kurs rund 170 Dollar einen Wert von um die 68 Milliarden Dollar haben. Mit dem Kursanstieg begründete Zuckerberg auch die Entscheidung, auf die Schaffung einer neuen Aktienklasse zu verzichten. Er sagte, dank der guten Kursentwicklung sei er in der Lage, seine wohltätigen Aktivitäten vollständig zu finanzieren und trotzdem für mindestens zwanzig Jahre die Kontrollmehrheit bei Facebook zu behalten.

          Er kündigte an, er werde sich nun schneller als ursprünglich geplant von Aktien trennen, um den Erlös für die Arbeit seiner wohltätigen Initiative einzusetzen. In den nächsten 18 Monaten wolle er zwischen 35 und 75 Millionen Aktien verkaufen, was ihm beim gegenwärtigen Kurs bis zu 12,8 Milliarden Dollar einbringen würde. Ursprünglich hatte Zuckerberg gesagt, er wolle zunächst jährlich höchstens eine Milliarde Dollar an seine karitative Organisation geben. Er hatte immer argumentiert, es sei stets gut für alle Facebook-Aktionäre gewesen, dass er als Gründer so viel Einfluss habe.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Erzielte das entscheidende Tor: Eintracht-Profi Sebastian Rode

          Frankfurt steht im Halbfinale : Die magische Nacht der Eintracht

          Mit einer furiosen Leistung hat Frankfurt doch noch das Halbfinale der Europa League erreicht. Nach der Hinspiel-Niederlage gelingt gegen Benfica Lissabon nun ein 2:0-Erfolg. Doch die Eintracht hat dabei auch großes Glück.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.