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Immobilienunternehmen : Aktie der Adler Group weitet Kursverluste aus

  • -Aktualisiert am

Im Auge der Bafin: Die Finanzaufsicht untersucht die Bilanzen der Adler Group Bild: Reuters

Die Serie schlechter Nachrichten rund um das kriselnde Immobilienunternehmen Adler setzt sich fort. Nun heißt es, dass die Staatsanwaltschaft Frankfurt Ermittlungen aufgenommen habe.

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          Der Aktienkurs des Immobilienunternehmens Adler Group ist am Dienstag eingebrochen, nachdem über aktuelle staatsanwaltschaftliche Ermittlungen in Zusammenhang mit einem wichtigen Immobilienprojekt des Konzerns berichtet worden war. Eine Bestätigung der Berichte durch die Behörden liegt allerdings nicht vor. Trotzdem weitete sich der Kursverlust auf ein Minus von mehr als 14 Prozent aus. Adler hatte Ende April seine Anleger mit einem Milliardenverlust und der Nachricht geschockt, dass die Wirtschaftsprüfung KPMG den Jahresabschluss nicht testieren will.

          Mark Fehr
          Redakteur in der Wirtschaft.

          Laut einem Bericht des „Handelsblatts„ hat die Staatsanwaltschaft Frankfurt nun Ermittlungen aufgenommen. Darüber soll Bafin-Chef Mark Branson Abgeordnete des Bundestages auf einer geheimen Sitzung in der vergangenen Woche informiert haben. Die Finanzpolitiker wollten sich von Branson bei dieser Gelegenheit Informationen über die Situation bei Adler aus erster Hand beschaffen. Offenbar ist auch die Politik angesichts der Zweifel an der Adler-Bilanz alarmiert.

          ADLER GROUP S.A. NPV

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          Die Strafverfolger aus Frankfurt wollten auf Nachfrage der F.A.Z. zum Fall Adler derzeit keinerlei Auskünfte erteilen. Auch das Immobilienunternehmen wollte die aktuellen Berichte nicht kommentieren. Unabhängig davon gelte: „Sollte die Staatsanwaltschaft auf uns zukommen, werden wir selbstverständlich vollumfänglich kooperieren, so wie wir mit der Bafin und anderen Behörden stets vollumfänglich kooperiert haben und dies auch weiterhin tun werden“, teilte ein Adler-Sprecher mit.

          Das zum Nebenwerteindex S-Dax gehörende Unternehmen steht massiv unter Druck, weil der Leerverkäufer Fraser Perring im Herbst vergangenen Jahres schwere Vorwürfe gegen Adler erhoben hat. Er ist der Auffassung, dass einflussreiche Hinterleute Geschäfte zum Nachteil der Adler-Aktionäre eingefädelt und zu diesem Zweck Immobilien falsch bewertet und Kennzahlen manipuliert haben. Eine daraufhin von dem Unternehmen in Auftrag gegebene Sonderuntersuchung durch die Forensiker der Wirtschaftsprüfung KPMG konnte die Vorwürfe nicht umfassend ausräumen.

          Finanzaufsicht prüft weiter

          Die Finanzaufsicht Bafin untersucht ebenfalls schon länger die Bilanzen der Adler-Gruppe und will nun auch den Hinweisen aus dem Sonderprüfungsbericht von KPMG nachgehen. Zudem untersucht die Behörde, ob Insiderhandel in Zusammenhang mit den Kursverlusten der Adler-Aktie stattgefunden hat.

          Den mehrfach verschobenen Jahresabschluss für 2021 hat Adler inzwischen zwar vorgelegt, allerdings fehlt immer noch das Testat der Wirtschaftsprüfer. Adlers Verwaltungsratsvorsitzender Stefan Kirsten hatte Anfang Mai eingeräumt, dass das zurückliegende Geschäftsjahr wohl nicht mehr geheilt werden könne. Stattdessen solle aber ein Testat für eine Eröffnungsbilanz für das Jahr 2022 angestrebt werden. Die bislang beauftragte Wirtschaftsprüfung steht dafür aber nun nicht mehr zur Verfügung. Adler muss also versuchen, schnell einen neuen Wirtschaftsprüfer zu finden.

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