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Airbus will Großauftrag : „Es geht um die Zukunft der deutschen Hubschrauberindustrie“

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Ein Bundeswehr-Hubschrauber des Typs CH-53 landet in der Nähe von Schmoel in Schleswig-Holstein. Bild: dpa

Die Bundeswehr will einen neuen Transporthubschrauber kaufen. Es geht um viel Geld. Airbus möchte mit einem Angebot überzeugen, das deutsche Firmen in den Mittelpunkt stellt.

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          Deutsche Firmen sollen nach Angaben der Führung des Luftfahrunternehmens Airbus einen großen Anteil an dem geplanten Auftrag im Volumen von 3,8 Milliarden Euro für neue Bundeswehr-Transporthubschrauber erhalten. „Es geht um die Zukunft der deutschen Hubschrauberindustrie“, sagte Wolfgang Schoder, Chef von Airbus Helicopters Deutschland.

          Zwar hat Airbus keinen schweren Transporthubschrauber in Programm, der die Anforderungen der Bundeswehr erfüllt. Der Konzern will sich aber die Anforderungen genau anschauen, sobald sie vom Verteidigungsministerium vorgelegt werden - voraussichtlich im kommenden Jahr 2018. Am Mittwoch kündigte Airbus bereits gemeinsam mit sieben deutschen Firmen an, sich zu einem Industrieverbund für das Projekt zusammenzuschließen.

          „Die Bundeswehr kompetent unterstützen“

          Aus dem Verteidigungsministerium hieß es zuletzt, man wolle auf ein bereits bestehendes Hubschrauber-Modell zurückgreifen. Das könnte bedeuten, dass die Maschinen von einem der beiden großen amerikanischen Konzerne Lockheed Martin oder Boeing kommen.

          Schoder sagte, man stehe in einem knallharten Wettbewerb mit der amerikanischen Industrie. Jetzt müsse zunächst sichergestellt werden, dass ein beträchtlicher Teil des Auftrags nach Deutschland gehe. Die geplante Beschaffung eines Schweren Transporthubschraubers (STH) als Nachfolgesystem des seit dem Jahr 1972 im Einsatz befindlichen CH-53 ist dem Verbund zufolge für die Luftwaffe und die deutsche Luftfahrt- und Ausrüsterindustrie ein Schlüsselvorhaben.

          Zu den beteiligten Firmen an dem Industrieverbund gehören Autoflug, Diehl Aerospace, Hensoldt Sensors, Hydro Systems, Liebherr Aerospace Lindenberg, MTU Aero Engines, Rohde & Schwarz sowie Airbus Helicopters Deutschland. „Dieses starke Team ist in der Lage, die Bundeswehr über alle Phasen (...) kompetent zu unterstützen“, hieß es.

          Es garantiere Unabhängigkeit und Souveränität für den deutschen Betreiber. Nur ein deutsches Team garantiere schnelle Wege und höchste Priorität für die Bedürfnisse der Bundeswehr. Ein deutsches Team bedeute zudem den Erhalt technologischer Kompetenz in Deutschland und letztlich den Erhalt von Souveränität und Handlungsfähigkeit.

          Die deutsche Industrie habe eine hohe Kompetenz in der Ausrüstung und Systembetreuung von Hubschrauberwaffensysteme. Wenn diese Kompetenz nicht mit neuen Aufträgen unterfüttert werde, werde sie bereits in wenigen Jahren substantiell verloren gehen.

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