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Im ersten Halbjahr : Airbus verdoppelt Gewinn und ist Boeing auf den Fersen

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Das Modell des A320 stößt auf das Interesse von Besuchern einer Messe in China, das Flugzeug auf das der Fluglinien. Bild: Reuters

Noch ist Boeing der größte Flugzeughersteller der Welt. Doch während die Amerikaner große Probleme mit dem 737-Max-Modell haben, verdoppelt Airbus seinen Gewinn und legt auch beim Umsatz deutlich zu. Kommt die Wachablösung?

          Der europäische Flugzeughersteller Airbus hat den Gewinn im ersten Halbjahr mehr als verdoppelt. Das bereinigte Ergebnis vor Steuern und Zinsen (Ebit) stieg auf 2,53 Milliarden Euro, wie das Unternehmen am Mittwoch in Paris mitteilte. Im ersten Halbjahr des Vorjahres waren hat das Ebit nur bei 1,16 Milliarden Dollar gelegen. Mit den Zahlen übertraf Airbus die Erwartungen der Analysten. Der Nettogewinn verdoppelte sich von Januar bis Juni ebenfalls, von zuvor 0,5 auf nun 1,2 Milliarden Euro. Der Umsatz erhöhte sich um 24 Prozent auf 30,9 Milliarden Euro.

          Grund dafür sei der Produktions-Hochlauf der A320-Familie von Kurz- und Mittelstrecken-Flugzeugen mit neuen und effizienteren Triebwerken, die Airbus lange Zeit Kopfzerbrechen bereitet hatten. Zudem habe der größere A350 beste Chancen, in diesem Jahr die Gewinnschwelle zu erreichen. Der neue Vorstandschef Guillaume Faury bekräftigte das Ziel, das bereinigte Ebit um rund 15 Prozent auf 6,7 Milliarden Euro zu steigern.

          Kommt die Wachablösung?

          Leise Zweifel äußerte Faury aber an dem Plan, in diesem Jahr 880 bis 890 zivile Verkehrsflugzeuge auszuliefern. Was dieses Ziel betreffe, sei das zweite Halbjahr eine „Herausforderung“. Ein Engpass ist das erweiterte Hamburger Werk, das Probleme mit den verbesserten Kabinen für den gefragten A321neo hat. Nachdem sich eine neue A321-Version für längere Strecken (XLR) zuletzt gut verkaufte, prüfe Airbus Möglichkeiten, mehr A321 zu Lasten des A320 zu produzieren, hieß es in der Mitteilung.

          Schafft Airbus sein Ziel, würde der Konzern aus Toulouse in diesem Jahr voraussichtlich Boeing als größten Flugzeughersteller der Welt ablösen. Die Amerikaner kämpfen mit der vorübergehenden Stillegung der Boeing 737 Max nach zwei Abstürzen mit hunderten Todesopfern.

          Erst am Dienstag hatte Air-France-KLM angekündigt, 60 Flugzeuge des Modells A220 bestellen zu wollen. Die Fluglinie wolle damit Kosten senken, Sprit sparen und den ökologischen Fußabdruck verbessern. Zu Listenpreisen beläuft sich das Auftragsvolumen damit auf bis zu elf Milliarden Dollar, allerdings gewähren die Hersteller meist hohe Rabatte.

          In den ersten sechs Monaten lieferte Airbus 389 Maschinen aus, 86 mehr als vor einem Jahr. Die Neubestellungen laufen aber in der ganzen Branche schleppend. Aufgrund zahlreicher Stornierungen wuchs der Auftragsbestand von Airbus im ersten Halbjahr nur um 88 Flugzeuge, im Vorjahr waren es in diesem Zeitraum mit 206 mehr als doppelt so viele.

          Empfindlich stören könnte Airbus der Handelsstreit: Wenn die Vereinigten Staaten wie angedroht Zölle auf Flugzeuge und Hubschrauber aus der EU erhöben, könnte dies den Export nach Amerika behindern „und die Finanz- und Ertragslage von Airbus negativ beeinflussen“, warnte der Konzern. „Airbus unterstützt weiterhin ein durch Verhandlungen erzieltes Ergebnis.“

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