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Zweites Quartal : Coronakrise brockt Airbus dickes Minus ein

  • Aktualisiert am

Ein Airbus-Techniker arbeitet in einem Rumpfsegment in der Strukturmontage der Airbus-A320-Familie. Bild: dpa

Auch an dem Luftfahrtkonzern geht die Pandemie nicht spurlos vorbei, das Unternehmen muss einen Milliardenverlust verkraften. Einziger Trost: Der Konkurrenz geht es nicht viel besser.

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          Die Corona-Krise hat den Luftfahrt- und Rüstungskonzern Airbus im zweiten Quartal tief in die roten Zahlen gerissen. Weil die Zahl der Flugzeugauslieferungen einbrach, stand unter dem Strich ein Verlust von mehr als 1,4 Milliarden Euro, wie der Konkurrent des amerikanischen Konzerns Boeing am Donnerstag in Toulouse mitteilte. Ein Jahr zuvor hatte hier noch ein Gewinn von knapp 1,2 Milliarden Euro gestanden.

          Jetzt will der Konzern die Produktion seines jüngsten Langstreckenjets A350 noch stärker zurückfahren als geplant. Statt sechs sollen nur noch fünf Maschinen des Typs pro Monat die Werkshallen verlassen. Das entspricht rund der Hälfte des Vorkrisenniveaus.

          Boeing ebenfalls in den roten Zahlen

          In der schwierigen Lage will Airbus-Chef Guillaume Faury vor allem den Geldabfluss im Konzern stoppen. Übernahmen und Finanzierungen für Kunden herausgerechnet, solle im zweiten Halbjahr unter dem Strich kein Geld mehr aus dem Konzern abfließen, kündigte der Manager an. Eine neue Prognose für Umsatz und Ergebnis im laufenden Jahr wagte er weiterhin nicht.

          AIRBUS GROUP

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          Boeing hatte am Mittwoch Zahlen vorgelegt. Die Corona-Pandemie und das Debakel um den nach zwei Abstürzen mit Flugverboten belegten Krisenjet 737 Max haben den Konzern ebenfalls tief in die roten Zahlen gebracht. Im zweiten Quartal stand unter dem Strich ein Verlust von rund 2,4 Milliarden Dollar (gut 2 Milliarden Euro), wie der Luftfahrtriese mitteilte. Vor einem Jahr hatten hohe Sonderkosten wegen des Unglücksfliegers 737 Max dem Konzern ein Rekordminus von 2,9 Milliarden Dollar eingebrockt. Der Umsatz fiel verglichen mit dem Vorjahreswert um ein Viertel auf 11,8 Milliarden Dollar.

          Jumbo-Jet 747 wird begraben

          Das Unternehmen signalisierte weitere Personaleinschnitte: „Bedauerlicherweise bedeuten die anhaltenden Auswirkungen der Covid-19-Pandemie, die zu weiteren Produktionskürzungen und sinkender Nachfrage nach Flugzeugen führen, dass wir die Anzahl unserer Mitarbeiter überdenken müssen“, schrieb Boeing-Chef Dave Calhoun am Mittwoch in einem Memo an die Belegschaft. Der Luftfahrtkonzern hatte im April angekündigt, die Mitarbeiterzahl um rund zehn Prozent zu reduzieren, was ungefähr 16.000 Stellen entsprechen würde.

          BOEING

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          Nach der Vorlage der Quartalszahlen sagte Boeings Finanzchef Greg Smith in einer Konferenzschalte mit Analysten, dass rund 19.000 Beschäftigte das Unternehmen verlassen, von denen etwa 6000 Ende Juni schon weg gewesen seien.

          Unter Verweis auf die derzeitige Marktsituation verkündete Boeing zudem, die Produktion des einst als „Königin der Lüfte“ gefeierten Jumbo-Jets 747 nach mehr als 50 Jahren einzustellen. Die letzte 747 werde im Jahr 2022 gebaut. Überraschend kommt das Aus nicht: Boeing erwog schon seit Jahren, den Jumbo mangels Nachfrage einzustampfen. Zuletzt lag die Produktionsrate nur noch bei mageren sechs Maschinen pro Jahr. Außerdem wurde das Modell praktisch nur noch als Frachtflugzeug gebaut – und in einer Sonderversion als amerikanischer Regierungsjet Air Force One.

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