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Luftverkehr : Airbus erwägt „Schleudersitz“ für Flugschreiber

  • Aktualisiert am

Bild: dpa

In militärischen Jets werden auswerfbare Flugdatenschreiber seit langem verwendet. Bald könnten sie auch in Passagierflugzeugen eingesetzt werden.

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          Airbus verhandelt mit der europäischen Flugaufsicht über die Einführung auswerfbarer Flugschreiber. Es sei nicht auszuschließen, dass künftig in den beiden größten Airbus Modellen A350 und A380 solche Rekorder zum Einsatz kämen, hieß es am Montag. Es wären die beiden ersten kommerziellen Flieger, in denen die Technik verwendet würde.

          Auswerfbarer Flugdatenschreiber trennen sich im Fall eines Absturzes über dem Meer vom Flugzeug und senden ein Satellitennotsignal. In militärischen Jets werden die Geräte seit langem verwendet. Die Verhandlungen mit der europäischen Behörde EASA folgen Empfehlungen globaler Aufseher, künftig abtrennbare Flugdatenschreiber zu verwenden.

          “Airbus arbeitet mit der EASA und anderen zusammen, um eine Lösung für die gesamte Industrie voranzutreiben“, sagte ein Airbus-Sprecher. Es gebe allerdings noch keinen Anhaltspunkt, wann die Geräte eingeführt werden sollen. „In der Zukunft erwägen wir für weitere Modelle den Einsatz. Einstweilen konzentrieren wir uns auf den A350 und den A380.“

          In der jüngeren Vergangenheit stellte sich die Suche nach den Flugschreibern nach Flugzeugunglücken über dem Meer als problematisch heraus. So wurde nach dem Absturz der AirAsia-Maschinen in der Java-See Ende Dezember der Datenschreiber erst nach zwei Wochen geborgen, der Stimmenrekorder wird noch vermisst. Vom Flug MH370, der im März über dem Indischen Ozean verschwunden ist, fehlt bis heute jegliche Spur.

          Was speichert eine Blackbox und wie kann sie helfen?

          Ein Flugdatenschreiber (Flight Data Recorder) und ein Stimmenrekorder (Voice Recorder) helfen nach einem Flugzeugabsturz bei der Rekonstruktion des Unfallhergangs - und bestenfalls beim Versuch, weitere Unfälle zu verhindern.

          Wie sehen Flugdatenschreiber aus?

          Die Flugdatenschreiber - häufig in der Signalfarbe grell-orange - werden umgangssprachlich Blackbox genannt. Das von dem Australier David Warren entwickelte Gerät wird seit Mitte der 50er Jahre serienmäßig in Flugzeuge eingebaut. Die meist im Heck der Maschine untergebrachten Stahlkästen sind etwas größer als ein Schuhkarton und wiegen je nach Hersteller vier bis fünf Kilogramm. Das Gehäuse übersteht Abstürze aus großer Höhe und ist absolut wasserdicht. Es kann hohem Wasserdruck und bis zu einer halben Stunde lang Temperaturen von bis zu 1100 Grad Celsius widerstehen.

          Welche Daten speichert die Blackbox?

          Das Gerät zeichnet auf allen Flügen relevante Daten wie Kurs, Geschwindigkeit, Flughöhe oder Neigungswinkel der Maschine auf. Durch das Speichern von GPS-Daten gibt es zudem Auskunft über den genauen Ort eines Unglücks - auch wenn die Trümmer später weit verstreut sind. Auf einem Stimmenrekorder sind Tonaufnahmen der Gespräche von Pilot und Co-Pilot sowie weitere Geräuschen im Cockpit gespeichert.

          Welchen Zeitraum umfassen die Daten?

          Der Flugdatenschreiber kann 25 Stunden lang aufzeichnen, auch Informationen des vorletzten Flugs sind darum meist noch erhalten. Neuere Modelle des Stimmenrekorders speichern einen Zeitraum von zwei Stunden, früher waren es etwa 30 Minuten. Wichtig für die Ortung nach einem Absturz im Meer: Die Box kann etwa einen Monat lang Positionsangaben senden, dann ist die Batterie des Signalgebers leer.

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