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Airbus-Chef Faury : Deutschlands Haltung zu Waffenexporten ist unklar

  • Aktualisiert am

Airbus-Chef Guillaume Faury auf einer Pressekonferenz im Juni in der Nähe von Paris Bild: Reuters

Vor kurzem hat die Bundesregierung den Rüstungsexportstopp für Saudi-Arabien verlängert. Eine unbefriedigende Situation, findet Airbus-Chef Guillaume Faury. Er sorgt sich um das Ansehen deutscher Unternehmen in der Branche.

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          Airbus-Chef Guillaume Faury hat die in seinen Augen unklare Haltung Deutschlands zu Waffenexporten kritisiert – vor allem in Bezug auf Saudi-Arabien. „Deutschland muss endlich wieder kalkulierbar werden und in diesem wichtigen Gebiet unter Beweis stellen, dass es ein verlässlicher Partner sein kann, so wie es seine Alliierten erwarten“, sagte er der „Wirtschaftswoche“. Die aktuelle Unsicherheit beschädige das Ansehen Deutschlands auch bei anderen Unternehmen. „Ich sorge mich um die Auswirkung auf die Glaubwürdigkeit Deutschlands. Ich sorge mich ebenso für alle Industrien, deren Verhältnis zu Kunden in aller Welt und Partnern in Europa von Deutschland abhängt“, sagte Faury.

          In Sachen Saudi-Arabien gebe es keine Ausfuhrerlaubnis, aber auch kein Verbot, sondern im Grunde nur eine immer wieder verlängerte Bitte, bestimmte Dinge nicht zu liefern, sagte er. Auf die Frage, wann der Punkt komme, wo ein verlängerter Ausfuhrstopp einem Verbot gleichkomme, antwortete Faury: „Der Punkt wird kommen – und sicher nicht erst in zwei Jahren.“

          Vor wenigen Tagen hatte der Vorstandsvorsitzende der Airbus-Verteidigungssparte, Dirk Hoke, die Verlängerung des Rüstungsexportstopps für Saudi-Arabien kritisiert. „Ich glaube, wir werden das System in Saudi-Arabien nicht durch einen Lieferstopp ändern“, sagte der Chef von Airbus Defence and Space dem „Spiegel“. Man brauche einen kritischen Dialog mit dem Königreich, um Einfluss ausüben zu können.

          Union und SPD hatten nach der Ermordung des regierungskritischen Journalisten Jamal Khashoggi einen kompletten Exportstopp gegen Saudi-Arabien verhängt. Vor rund drei Wochen wurde der Lieferstopp bis Ende März verlängert.

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