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Airbus-Chef macht Brexit-Druck : Enders: „Regierung hat noch immer keine Ahnung“

Macht sich Sorgen: Airbus-Chef Thomas Enders Bild: dpa

Der Airbus-Chef verliert beim Brexit langsam die Geduld. Wegen der Unsicherheit legt er Investitionen auf Eis – und schickt eine deutliche Botschaft an Theresa May.

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          Der Airbus-Chef Tom Enders geht die britische Regierung immer härter an. Während einer Unternehmenspräsentation vor der Luftfahrtmesse in Farnborough sagte der Deutsche am Freitag: „Die Sonne scheint hell im Vereinigten Königreich. Das englische Team schreitet voran Richtung Finale; die Royal Air Force bereitet sich auf die Feierlichkeiten zum hundertjährigen Jubiläum vor und die königliche Regierung hat immer noch keine Ahnung, keinen Konsens, wie sie den Brexit ohne großen Schaden umsetzen will.“

          Gustav Theile
          Wirtschaftskorrespondent in Stuttgart.

          Das Unternehmen hatte bereits vor einigen Wochen angedroht, geplante Investitionen auf Eis zu legen und Fabriken in Großbritannien zu schließen. Airbus beschäftigt 14.000 Angestellte in Großbritannien. Bei Zulieferern arbeiten bis zu 100.000 weitere Menschen, deren Jobs von Airbus abhängig sind. Im Jahr 2015 hat das Unternehmen umgerechnet 4,3 Milliarden Euro zur britischen Wirtschaft beigetragen.

          Enders betonte, dass sich das Unternehmen auf die verschiedenen möglichen Brexit-Szenarien vorbereite, von keinem aber positive Entwicklungen erwarte: „Brexit in welcher Form auch immer – weich oder hart, leicht oder sauber – wird schädlich sein für die Industrie, für unsere Industrie und für das Vereinigte Königreich – unabhängig vom Ergebnis. Aber warten wir ab, was aus Chequers herauskommt: weißer Rauch, schwarzer Rauch oder gar kein Rauch.“ In Chequers steht der Landsitz der Premierministerin, auf dem sich die britische Regierung derzeit trifft, um den Brexit zu besprechen.

          Airbus bereitet sich vor

          Airbus hatte geplant, in den Bau von Flügeln seiner Flugzeuge in Großbritannien zu investieren. Da die Produktion jedoch in verschiedenen Ländern stattfindet, ist das Unternehmen von einer Vereinbarung zwischen London und Brüssel abhängig. Das Unternehmen reagiert auf die Unsicherheit beispielsweise, indem es die Lagerbestände erhöht, um für eine Übergangszeit gerüstet zu sein.

          Airbus dementiert, von europäischen Regierungen unter Druck gesetzt zu werden. Das Unternehmen gehört zu gut einem Viertel den Regierungen Deutschlands, Frankreichs und Spanien, die damit gemeinsam eine Sperrminorität haben. In einem Radiointerview sagte der Airbus-Manager Tom Williams vor zwei Wochen: „Ich bin Ingenieur, nicht Politiker – ich muss mit der Unsicherheit umgehen. Wir brauchen Klarheit. Einfach gesagt: Ohne Abkommen ist die Zukunft von Airbus im Vereinigten Königreich in Gefahr.“

          Auch andere Unternehmen haben in der Zwischenzeit angedroht, Investitionen aus Großbritannien abzuziehen. Der Autobauer Jaguar spricht von Investitionen in Höhe von umgerechnet 90 Milliarden Euro, die derzeit ungewiss seien. Auch die 40.000 Angestellten des Unternehmens könnten gefährdet sein, sollte das Vereinigte Königreich den europäischen Binnenmarkt verlassen.

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