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Plattform verteidigt sich : Hat Airbnb den Wohnungsmarkt entlastet?

Airbnb will kein Mietentreiber sein. Bild: AFP

Viele sehen Airbnb als einen Schuldigen für die angespannte Lage auf dem Wohnungsmarkt. Die Plattform hält jetzt mit einer neuen Studie dagegen: Demnach könnte Airbnb sogar zu geringeren Mieten beigetragen haben.

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          Der Unterkunftsvermittler Airbnb geht in der Diskussion um Wohnungsknappheit und steigende Mieten in deutschen Großstädten in die Offensive. Das eigene Geschäft habe „keinen negativen Einfluss auf den Wohnungsmarkt“, die „gelegentliche Vermietung“ von Wohnungen an Urlauber und andere Kurzzeitgäste entlaste den Wohnungsmarkt sogar. Das ergibt eine Studie, die das Beratungsunternehmen Empirica im Auftrag von Airbnb erstellt hat. Demnach verringert das Angebot der Plattform, die auch Wohnungen als Unterkünfte für Urlauber vermittelt, den Bedarf an zusätzlichen Hotels, es bleibe mehr Platz für Wohnungen.

          Timo Kotowski

          Redakteur in der Wirtschaft.

          „So haben die Angebote auf Plattformen in den vergangenen Jahren vermutlich einen Teil des dynamischen Wachstums im Städtetourismus zu Lasten des traditionellen Beherbergungsgewerbes aufgefangen. Ohne sie hätte das traditionelle Beherbergungsgewerbe zusätzliche Flächen benötigt“, heißt es. Laut einer Beispielrechnung wären 2018 allein in Berlin zusätzliche Hotels mit 6883 Betten nötig gewesen, um Airbnb-Nutzer unterzubringen. Da sie in vorhandenen Appartements unterkamen, habe mehr Fläche für den Wohnungsbau zur Verfügung gestanden.

          837.400 Berlin-Besucher

          Mit der Untersuchung legte Airbnb auch neue Zahlen zu seinem Geschäft in Deutschland vor. Demnach buchten im vergangenen Jahr 837.400 Berlin-Besucher ihre Unterkunft über die Plattform, insgesamt kamen 2018 laut Statistischem Bundesamt 13,5 Millionen Reisende in der deutschen Hauptstadt an. Für Hamburg nennt Airbnb 287.400 Buchungen, für München 249.500.

          Schon mehrfach hat Airbnb Zahlen vorgelegt. Stets sah das Unternehmen damit belegt, dass das Angebot – auch wenn darunter möglicherweise zweckentfremdete Wohnungen sind – zu gering sei, um steigende Mieten zu erklären. Für 2013 und 2014 hieß es, für Berlin gebe es bei Airbnb 13.802 Adressen vom WG-Zimmer bis zum Apartment, darunter 9467 ganze Wohnungen, die mindestens einmal im Jahr gebucht worden seien. 2015 sollen 20.200 Berlin-Unterkünfte bei Airbnb zu finden gewesen sein, von denen die Hälfte weniger als einen Monat tatsächlich gebucht war. Das galt als Anhaltspunkt, das Besitzer ihre Wohnungen die meiste Zeit selbst nutzen.

          Für 2018 werden nun 26.500 Unterkünfte, darunter 13.045 komplette Wohnungen, genannt. 1668 davon sollen für mindestens die Hälfte aller Nächte über Airbnb gebucht gewesen sein. Unklar bleibt, ob sie auch über andere Portale wie Booking.com vermittelt wurden. Schätzungen zufolge soll es in Berlin auch rund 12.000 gewerbliche Ferienwohnungen geben, von denen viele vor dem Markteintritt von Airbnb bestanden.

          Mit der neuen Studie räumt Airbnb auch negative Folgen des eigenen Geschäfts ein. Jedes an Besucher vergebene Appartement fehle auf dem Wohnungsmarkt. Gleichzeitig mahnen die Fachleute von Empirica: „Die Auswirkungen eines möglichen Missbrauchs von Online-Plattformen für dauerhafte Kurzzeitvermietungen von Wohneinheiten sollten nicht überschätzt werden.“ Verböte man das Airbnb-Geschäft mit Kurzzeitvermietungen, wäre keine spürbar preisdämpfende Wirkung auf dem Wohnungsmarkt zu erwarten.

          Um Zweckentfremdungen einzudämmen, setzt Airbnb auf Registrierungen. So können in Hamburg Unterkünfte privat nur mit einer von der Stadt ausgestellten Nummer angeboten werden, um sicherzustellen, dass eine Wohnung maximal acht Wochen im Jahr statt dauerhaft angeboten wird. Mit Berlin konnte sich Airbnb nicht auf ein solches System einigen.

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