https://www.faz.net/-gqe-8fjxz

Alexandre de Juniac : Air-France-Chef tritt überraschend zurück

Alexandre de Juniac Bild: AFP

Erst 2015 war er im Amt bestätigt worden. Nun hat de Juniac sein Amt überraschend niedergelegt - offenbar aus persönlicher Frustration im Streit mit den Piloten.

          1 Min.

          Der Vorstandsvorsitzende der französisch-niederländischen Fluggesellschaft Air France-KLM, Alexandre de Juniac, legt überraschend sein Amt nieder. Wie das Unternehmen am Dienstagabend bekanntgab, soll der 53 Jahre alte Franzose von Jahresmitte an die internationale Luftfahrt-Organisation IATA leiten. Sein Mandat bei Air France-KLM war erst im Mai 2015 verlängert worden, doch nun hat sich de Juniac anders entschieden -  offenbar aus eigenem Antrieb, wie es in Unternehmenskreisen heißt.

          Christian Schubert
          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland.

          Dabei ist die Sanierungsarbeit bei Air France noch lange nicht erledigt. De Juniac hat die Fluggesellschaft nach acht Jahren mit Verlusten zwar wieder in die Gewinnzone zurückgeführt, doch der Wettbewerbsrückstand zu den Konkurrenten IAG (früher British Airways und Iberia) sowie Lufthansa besteht weiterhin. Mit seinem Sparplan „Transform“ konnte er erhebliche Kosteneinsparungen durchsetzen, zuletzt biss er aber bei den sturen Piloten auf Granit.

          Das sorgte offenbar für erhebliche Frustration. Schon im Jahr 2014 hatte er einen zweiwöchigen Streik gegen den Ausbau der hauseigenen Billigfluggesellschaft Transavia durchzustehen. Der mit einer Deutschen verheiratete De Juniac arbeitete vor dem Wechsel zu Air France lange Zeit als Spitzenmanager beim französischen Elektronik- und Verteidigungsunternehmen Thales und war Kabinettschef der französischen Finanzministerin Christine Lagarde. Die Suche nach einem Nachfolger, bei der der französische Staat wegen seines 16-Prozent-Anteils an Air France ein wichtiges Wort mitreden wird, hat begonnen.

          Weitere Themen

          Topmeldungen

          Zieht sich vorzeitig von der Bundesbank-Spitze zurück: Jens Weidmann

          Europas Geldpolitik : Das Ende einer Ära

          Mit dem Abschied Jens Weidmanns findet die Tradition der Bundesbank in der europäischen Geldpolitik sichtbar einen Abschluss. Künftig dürfte sich die EZB noch mehr der amerikanische Vorstellung auf diesem Feld annähern.
          Hat vor dem Flug nach Amerika noch etwas zu sagen: Mathias Döpfner

          Döpfner zum Fall Reichelt : Vor dem Abflug

          Kurz vor seinem Abflug nach Washington, den Mathias Döpfner antrat, um den Kauf der Mediengruppe Politico zu besiegeln, wandte sich der Springer-Chef mit einer Videobotschaft an seine Mitarbeiter. In ihr geht es um den gekündigten Bild-Chef Julian Reichelt – und um ihn selbst.
          Nikolas Löbel 2019 im Bundestag

          Maskenaffäre der CDU : Aufarbeitung mit Lücken

          Die Mannheimer CDU hat versprochen, die Affären ihres früheren Vorsitzenden Nikolas Löbel aufzuarbeiten. Doch der Bericht weist Leerstellen auf – wer ihn lesen will, muss eine Verschwiegenheitserklärung unterschreiben.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.