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F.A.Z. Exklusiv : Drei Interessenten buhlen um Air Berlin

Retter gesucht: Mehrere Konkurrenten sollen Flottenteile übernehmen. Bild: AFP

Um Flugbetrieb und Arbeitsplätze zu retten, verhandelt Vorstandschef Winkelmann mit drei Wettbewerbern. Mit den Erlösen soll die Staatshilfe zurückgezahlt werden.

          Für die insolvente Air Berlin und ihre 8000 Mitarbeiter gibt es Hoffnung. Um große Teile des Flugbetriebs und das Gros der Belegschaft der zweitgrößten Fluggesellschaft zu sichern, wird mit mehreren Partnern über den Verkauf von Betriebsteilen verhandelt. „Neben der Deutschen Lufthansa stehen wir mit zwei weiteren Interessenten aus der Luftfahrt in Kontakt“, sagt Vorstandschef Thomas Winkelmann in einem Gespräch mit dieser Zeitung.

          Ulrich Friese

          Redakteur in der Wirtschaft.

          Sämtliche Unternehmen, mit denen schon seit Wochen intensiv verhandelt werde, sind nach seinen Angaben „in finanzieller Hinsicht seriös, vom Volumen her ausreichend groß, um Air Berlin eine sichere Zukunft zu bieten, und hätten zudem das Interesse, weiterhin vom Standort Deutschland aus zu operieren“. Die Namen der Konkurrenten, die jeweils börsennotiert sind, will er in diesem sensiblen Stadium der Gespräche noch nicht nennen. Zudem ist nicht ausgeschlossen, dass der Insolvenzantrag weitere Interessenten auf den Plan ruft. So soll nach Angaben aus Finanzkreisen der britische Billigfluganbieter Easyjet zu den Interessenten für die Teile von Air Berlin gehören. Winkelmann will diesen Hinweis weder bestätigen noch dementieren.

          Nicht alle Arbeitsplätze können gerettet werden

          Akuten Handlungsbedarf für die verlustreiche Gesellschaft gibt es, nachdem Großaktionär Etihad seine finanzielle Unterstützung am vergangenen Freitag endgültig gestoppt hat. „Wir waren von dem abrupten Ausstieg überrascht und mussten danach schnell handeln.“ Die Absprache mit den zuständigen Politikern in Berlin, um eine staatliche Überbrückungshilfe von 150 Millionen Euro bis zum November zu organisieren, verlief nach seinen Angaben reibungslos: „Ich war von der konstruktiven, schnellen und professionellen Arbeit im Verkehrs- und Wirtschaftsministerium sehr beeindruckt“, bekennt Winkelmann.

          Noch im September will der seit Mai amtierende Vorstandschef mit zwei oder mehreren Käufern juristisch belastbare Vereinbarungen getroffen haben, die den Betrieb der zentralen Geschäftseinheiten von Air Berlin und auch das Gros der Belegschaft absichern. „Alle Arbeitsplätze werden jedoch auch nach dieser Vereinbarung nicht zu retten sein“, machte Winkelmann bei seinen jüngsten Auftritten auf internen Mitarbeiterversammlungen in Berlin unmissverständlich klar.

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          Auch Zukunft von Tochterfirma ungewiss

          Mit dem Antrag auf Insolvenz in Eigenverwaltung kann das Management die Rettung des Kerngeschäfts auf eigene Faust einleiten. Dabei geht es im Wesentlichen um die Verwertung der Air-Berlin-Flotte, die ausschließlich aus Flugzeugen besteht, die zusammen mit dem Flugpersonal angemietet wurden. „Wir sind sehr zuversichtlich, dass wir mit dem Verkauf von Geschäftseinheiten und den damit verbundenen Start- und Landerechten Erlöse in einem Umfang erzielen werden, der über der gewährten Finanzhilfe liegt“, sagte Winkelmann weiter.

          Zu den aktuellen Verkaufsobjekten zählt auch die österreichische Tochtergesellschaft Niki, die nur als Ferienfluganbieter aktiv ist. Sie sollte nach den ursprünglichen Plänen in einem neuen Gemeinschaftsunternehmen für Urlaubsflüge aufgehen, an dem sich neben dem Touristikanbieter TUI Fly auch der Großaktionär Etihad beteiligen sollte. Doch nach dem Rückzug der Scheichs ist diese Lösung längst Makulatur. „Wir sprechen daher über die Übernahme der Teile von Air Berlin und Niki“, erläutert Winkelmann.

          Dankbarkeit für Großaktionär Etihad

          Nachdem vor wenigen Monaten die Lufthansa 30 Flugzeuge von Air Berlin übernommen und in ihre Tochtergesellschaft Eurowings integriert hat, wäre daher ein ähnliches Procedere für die Übernahme der Niki-Jets denkbar.

          Der abrupte Ausstieg von Etihad hinterlässt angeblich weder in der Chefetage noch in der Belegschaft von Air Berlin böses Blut: „Wir alle sollten unserem Großaktionär dankbar sein, dass er den Flugbetrieb so lange aufrechterhalten hat“, ist Winkelmann überzeugt, „aber das geht auf Dauer nur dann, wenn das Geschäft profitabel ist.„

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