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Island : Flughafen verweigert Air-Berlin-Maschine weiter die Starterlaubnis

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A320 von Air Berlin auf dem Keflavik-Flughafen in Reykjavik Bild: Reuters

Weil die Fluggesellschaft angeblich keine Gebühren gezahlt hat, steckt ein Flieger der insolventen Air Berlin seit Tagen in Reykjavik fest. Für die Passagiere ist der Vorfall zum Glück nur halb so schlimm.

          Ein Flugzeug der insolventen Air Berlin nach Düsseldorf steckt weiter auf Island fest. „Das Flugzeug ist noch in Keflavik. Wir haben den Flughafen auch über das Wochenende aufgefordert, sein rechtswidriges Handeln umgehend zu beenden“, sagte der Sprecher der Fluglinie, Ralf Kunkel, dem „Tagesspiegel“.

          Sämtliche seit der Insolvenzanmeldung am 15. August 2017 angefallenen Rechnungen seien pünktlich bezahlt worden. Man habe dem Flughafen zudem mehrfach mitgeteilt, dass er eventuell bestehende Forderungen für den Zeitraum davor aufgrund des geltenden Insolvenzrechts zur Insolvenztabelle anmelden müsse. „Das gegenwärtige Verhalten der Flughafengesellschaft ist klar rechtswidrig. Es ist nicht akzeptabel und geht zu Lasten der Passagiere der Air Berlin“, erklärte Kunkel.

          Der Betreiber des internationalen Flughafens Keflavik, Isavia, wirft Air Berlin vor, Flughafengebühren nicht gezahlt zu haben. Deshalb gab es keine Starterlaubnis für die Maschine nach Düsseldorf. Die Entscheidung, das Flugzeug jetzt nicht abheben zu lassen sei „die letzte Maßnahme, um die Bezahlung bereits erbrachter Dienstleistungen sicherzustellen“. Alle Passagiere des betroffenen Fliegers hatten laut Air Berlin trotz des Ausfalls noch in der Nacht zum Freitag Island verlassen können. Das Unternehmen hat seinen letzten Flug für den 27. Oktober angemeldet.

          In Deutschland wird heute derweil weiter über die Zukunft von Air Berlin verhandelt. Der Bund und die Länder Nordrhein-Westfalen, Bayern und Berlin treffen sich am Montag zu Gesprächen über eine Transfergesellschaft für die Beschäftigten der insolventen Fluglinie. Die Gespräche sollen im Roten Rathaus in der Hauptstadt stattfinden. Nach Aussage des Generalbevollmächtigten der Air Berlin, Frank Kebekus, könnten in der Transfergesellschaft bis zu 4000 Mitarbeiter Platz finden und dann auf neue Arbeitsplätze vermittelt werden. Komme es zu keiner Einigung, drohe den Beschäftigten die Entlassung.

          Nordrhein-Westfalen und Berlin hatten schon signalisiert, sich finanziell an einer Auffanggesellschaft zu beteiligen. NRW-Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) verlangt von den beteiligten Unternehmen aber, zumindest die Kosten für die Sozialversicherungsbeiträge selbst zu tragen. Das entspreche einem Anteil von etwa 40 Prozent der Lohnkosten. Mit dieser Forderung reisten die NRW-Vertreter zu den Gesprächen nach Berlin, sagte ein Ministeriumssprecher am Sonntag.

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